Für Sie als Spender bedeutet eine Blutspende einen geringen Aufwand – einem anderen Menschen können Sie damit jedoch das Leben retten! Informieren Sie sich doch einfach über die nächsten Blutspendetermine in Ihrer Nähe und nehmen Sie am besten gleich noch Familienmitglieder und Bekannte mit: Dann können Sie gemeinsam das Gefühl genießen, eine gute Tat getan zu haben!

Warum ist Blutspenden so wichtig?

Wer Blut spendet, rettet Leben! So einfach lässt sich die Frage nach der Bedeutung der Blutspende beantworten. Aktuell sind ca. 3% der Deutschen aktive Blutspender – nötig wären jedoch viel mehr. Nach einer Schätzung des Deutschen Roten Kreuzes werden in Deutschland ca. 15.000 Spenden pro Tag benötigt. Besonders im Sommer, in der Haupturlaubszeit, kommt es immer wieder zu Engpässen in den Krankenhäusern.

Blutspenden bilden die Basis für Bluttransfusionen und für die Herstellung medizinischer Präparate. Sie werden in verschiedenen Situationen gebraucht:

  • nach akutem Blutverlust, bspw. durch einen Unfall
  • zum Ausgleich des Blutverlusts während einer schweren Operation, bspw. der Entfernung von Tumoren, einer Herz-OP oder OP des Magen-Darm-Traktes
  • zur Behandlung von Blutbildungsstörungen und Störungen der Blutgerinnung
  • zur begleitenden Behandlung bspw. bei Krebspatienten ergänzend zur Chemotherapie

Im Jahr 2015 wurden 3,5 Millionen Blutkonserven verwendet. Bei schweren Unfällen können manchmal bis zu 10 Blutkonserven nötig sein, um einen Patienten am Leben zu halten. Neben diesen Blutkonserven – oder genauer gesagt: Erythrozytenkonzentraten – kamen auch 728.000 Beutel mit Blutplasma und 477.000 Beutel Thrombozytenkonzentrat zum Einsatz. Wie viele Leben damit genau gerettet wurden, ist schwer zu sagen – aber es waren definitiv viele!

Im folgenden Text können Sie erfahren:

Ablauf der Blutspende

Anmeldung

Der erste Schritt ist die Aufnahme Ihrer persönlichen Daten. Erstspender werden gebeten, einen Lichtbildausweis vorzulegen. Dauerspender sollten ihren Blutspendeausweis mitbringen.

Fragebogen

Der zweite Schritt ist das Ausfüllen eines Fragebogens zu Ihrem aktuellen Gesundheitszustand, früheren Erkrankungen und medizinischen Eingriffen, Medikamenteneinnahme, Auslandsaufenthalten etc. Bitte nehmen Sie sich genügend Zeit und antworten Sie wahrheitsgemäß: Dies dient dem Spenderschutz UND dem Empfängerschutz!

Ärztliche Untersuchung: Blutdruck, Puls & Körpertemperatur

Der dritte Schritt ist ein Gesundheits-Check, bei dem Ihre Kreislauffunktionen überprüft werden. Anschließend wird der Arzt ggf. ausgewählte Punkte des Fragebogens mit Ihnen besprechen.

Bestimmung des Hämoglobin-Wertes

Auch dieser Schritt dient dazu, Ihre Tauglichkeit für eine Blutspende zu prüfen: Nur bei einem ausreichenden Hämoglobin-Wert kann sich Ihr Körper genügend neue Blutzellen bilden und sich gut von der Spende erholen! Die Prüfung erfolgt z.T. sogar ohne Einstich mit einem speziellen Messgerät am Finger.

Blutentnahme

Während Sie für den gesamten Blutspendetermin ca. eine Stunde einplanen sollten, dauert die eigentliche Blutspende, also die Blutentnahme, nur ca. 10 Minuten. Dabei liegen Sie bequem in einem Sessel, haben eine Kanüle im Arm und werden von erfahrenen KrankenpflegerInnen betreut. Sie können währenddessen lesen, fernsehen oder sich unterhalten. Der erste Nadeleinstich, wird als leichtes “Pieken” wahrgenommen, die eigentliche Blutabnahme ist völlig schmerzfrei.

Wenn Sie Blutbestandteile – Plasma, Erythrozyten oder Thrombozyten – spenden, dauert die Entnahme aufgrund des Filtrationsprozesses (Apherese) ca. 1 Stunde.

Vertraulicher Spenderselbstausschluss

Der Vertrauliche Spenderselbstausschluss bietet Ihnen nach der Entnahme noch eine Chance, die Freigabe Ihrer Spende zu stoppen. Dies sollten Sie tun, wenn Sie doch Zweifel an der Eignung des Blutes haben – wenn Ihnen bspw. plötzlich doch noch ein Grund einfällt, den Sie im Fragebogen nicht  oder nicht korrekt angegeben haben.

Nach der Spende

Gratulation – Sie haben es geschafft! Nach der Blutentnahme sollten Sie sich in den Räumlichkeiten des Blutspendezentrums 20-30 Minuten ausruhen. In der Regel erhalten Sie auch einen kleinen Imbiss und ein Getränk, um Ihren Kreislauf zu stärken. Nach einer halbstündigen Wartezeit sind Sie auch wieder fit für den Straßenverkehr. Auf Sport oder Saunagänge sollten Sie für den Rest des Tages verzichten. Achten Sie darauf, genügend zu trinken – Tee, Wasser und Fruchtschorlen sind besonders gut geeignet!

Um den Regenerationsprozess zu unterstützen, können Sie in den nächsten Tagen besonders eisenreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Dazu gehören Schweine- und Rindfleisch, insb. Leber oder Blutwurst, aber auch Hirse, Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne, Haferflocken und Spinat. Kaffee, Tee, Cola, Rotwein und Milch dagegen hemmen die Eisenaufnahme.

Was passiert mit dem Blut? (Untersuchungen und Verwendung)

Das entnommene Blut (bzw. die entnommenen Blutbestandteile) wird pseudonymisiert gekennzeichnet in Beuteln aufbewahrt. Die Verknüpfung der anonymen Nummernreihe mit dem Namen des Spenders erfolgt nur im Bedarfsfall und ist nur durch autorisierte Mitarbeiter der jeweiligen Blutspende mittels einer speziellen Datenbank möglich.

Im Anschluss an eine Vollblutspende wird das Blut zentrifugiert, um es in die einzelnen Bestandteile aufzutrennen: Die moderne Medizin nutzt bei Transfusionen nur nach Bedarf separate Blutpräparate (Plasma, Erythrozyten, Thrombozyten).

Parallel dazu wird das Blut untersucht: Bei Erst- und Zweitspendern für die Blutgruppe ermittelt. Jede Spende wird zudem auf Krankheitserreger getestet (HIV, Hepatitis, Syphilis). Wenn es hier Auffälligkeiten gibt, wird das Blut nicht freigegeben; außerdem wird der Spender informiert, sodass er sich in ärztliche Behandlung begeben kann.

Wenn die Laborwerte unauffällig sind und das Blut zur Verwendung freigegeben wird, werden die einzelnen Bestandteile separat gelagert. Die Haltbarkeit ist sehr unterschiedlich: Gefrorenes Plasma kann 1-2 Jahre gelagert werden, Thrombozytenkonzentrate dagegen können max. 4 Tage auf speziellen Schüttelschränken aufbewahrt werden.

Die Blutpräparate werden dann in Krankenhäusern oder Arztpraxen nach Bedarf zur Verfügung gestellt. Die Versorgung erfolgt über regionale Zentren; beim Ausgleich von örtlichen Engpässen und bei der Versorgung mit seltenen Blutgruppen unterstützen sich diese gegenseitig. In Notfällen wird auch Unterstützung auf europäischer und internationaler Ebene organisiert. Blutplasma, das während seiner Haltbarkeitsdauer nicht zur Transfusion benötigt wird, wird an die Pharmaindustrie weitergeleitet, um bspw. Präparate für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen herzustellen.

Wissenswertes zum Blut und zur Blutspende

Was sind Blutgruppen und welche Bedeutung haben sie bei Bluttransfusionen?

Unser Blut besteht aus verschiedenen Bestandteilen: aus Blutplasma, roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Die Blutgruppe eines Menschen bestimmt sich anhand der roten Blutkörperchen: Auf deren Oberfläche befinden sich sog. Antigene (genau genommen Glykolipide und Proteine).

Wichtig ist die Frage der Blutgruppe bei Bluttransfusionen: Im Blut befinden sich auch Antikörper, die alle fremden Antigene angreifen – wenn bei einer Transfusion also rote Blutkörperchen mit den falschen Antigenen in den Körper gelangen, wird eine Immunreaktion ausgelöst und das Blut verklumpt, schlimmstenfalls stirbt der Patient.

Für die Einteilung nach Blutgruppen gibt es verschiedene Systeme, in der Transfusionsmedizin ist das AB0-System mit 4 Blutgruppen gebräuchlich:

  • Blutgruppe A: Auf den roten Blutkörperchen befinden sich Antigene vom Typ A, im Blut sind Antikörper gegen B.
  • Blutgruppe B: Auf den roten Blutkörperchen befinden sich Antigene vom Typ B, im Blut sind Antikörper gegen A.
  • Blutgruppe AB: Auf den roten Blutkörperchen befinden sich Antigene vom Typ A und B, im Blut sind daher keine Antikörper (weil ja beide Antigene vorhanden + somit keines fremd ist).
  • Blutgruppe 0: Auf den roten Blutkörperchen befinden sich keine Antigene, im Blut sind Antikörper gegen A und B.

Für Bluttransfusionen gilt: Spenden innerhalb derselben Blutgruppe sind immer unproblematisch. Menschen mit Blutgruppe AB sind zudem Universalempfänger, da sie auch Spenderblut der Gruppe A, B und 0 erhalten können. Menschen mit Blutgruppe 0 wiederum werden als Universalspender bezeichnet: Da sich auf den roten Blutkörperchen keine Antigene befinden, ist ihr Blut ist für alle verträglich! (Wenn man den Rhesusfaktor mit einbezieht, sind Menschen mit Blutgruppe 0, Rhesus-negativ Universalspender – daher sind diese als Blutspender besonders gesucht).

Interessant ist auch die statistische Häufigkeit: A und 0 sind die häufigsten Blutgruppen mit jeweils 43 bzw. 41% der Bevölkerung. Seltener dagegen ist Blutgruppe B mit 11% und die seltenste Blutgruppe mit nur 5% der Bevölkerung ist AB.  Weltweit gesehen variiert die Häufigkeit bestimmter Blutgruppen – in bestimmten Regionen in Asien beispielsweise ist B die häufigste Blutgruppe.

Die Blutgruppe bzw. die Antigen-Ausstattung der roten Blutkörperchen, ist erblich bedingt: Jeder Mensch verfügt über zwei Antigen-Merkmale, wobei das Merkmal 0 rezessiv ist. Blutgruppe 0 hat man also nur, wenn beide Merkmale auf 0 stehen. Blutgruppe A dagegen kann man entweder mit zwei A-Merkmalen oder einem A- und einem 0-Merkmal haben; Blutgruppe B analog mit 2 B-Merkmalen oder einem B- und einem 0-Merkmal. Kinder erhalten jeweils ein Merkmal vom Vater und eins von der Mutter. Wenn bspw. beide Eltern Blutgruppe AB haben, kann das Kind Blutgruppe A, B oder AB haben – nicht jedoch Blutgruppe 0!

Die Blutgruppe wird beim Blutspenden ermittelt und im Blutspendeausweis vermerkt.

Was ist der Rhesusfaktor?

Neben den Antigenen, die zur Einteilung in die Blutgruppe A, B, AB und 0 (AB0-System) dienen, gibt es auf den roten Blutkörperchen noch weitere Proteine: die sog. Rhesusfaktoren. Von diesen gibt es 50 verschiedene. Der älteste und wichtigste Rhesusfaktor trägt die Bezeichnung D.

Wenn man also sagt, dass jemand Rhesus-positiv ist (abgekürzt wird dies mit Rh+, Rh(D)+ oder Rh1), dann befinden sich auf seinen roten Blutkörperchen Rhesusfaktor-D-Antigene. Ist ein Mensch Rhesus-negativ, ist dies nicht der Fall. Der Rhesusfaktor wird dominant vererbt, deshalb sind 85% der Menschen Rhesus-positiv.

Auch dieses Antigen ist bei einer Bluttransfusion zu beachten, da ein Rhesus-negativer Mensch Antikörper gegen Rhesus-positives Blut bildet. Daher wird der Rhesusfaktor zusammen mit der Blutgruppe bestimmt und im Blutspendeausweis vermerkt.

Welche Blutbestandteile gibt es und welche kann man einzeln spenden?

Unser Blut besteht aus verschiedenen Bestandteilen:

  • Blutplasma: Dies ist der flüssige Anteil des Blutes, der bei Männern 50-59% und bei Frauen 54-73% des Blutvolumens ausmacht. Blutplasma besteht überwiegend aus Wasser sowie darin gelösten Elektrolyten und anderen chemischen Stoffen. Blutspender können auch separat Plasma spenden: Dabei wird das Blut durch eine Art Filter geleitet, der Plasma und Blutzellen trennt (Plasmapherese) und die Blutzellen wieder in den Körper des Spenders zurückleitet.
  • rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Diese Blutzellen enthalten Hämoglobin, das ihnen zum einen ihre typisch rote Farbe verleiht, und zum anderen für den Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut zuständig ist. Sie werden alle 100-140 Tage bzw. nach einer Blutspende neu gebildet. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine ausreichende Eisenreserve. Um sicherzustellen, dass sich der Blutspender gut regeneriert, wird daher vor der Blutentnahme der Hämoglobinwert gemessen – ein zu niedriger Wert deutet auf einen möglichen Eisenmangel hin, daher ist eine Spende erst ab einem Grenzwert von 134 g/l bei Männern bzw. 125 g/l bei Frauen möglich. Einige Institutionen bieten auch eine Erythrozytenspende an, bei der ein Teil der roten Blutkörperchen herausgefiltert wird und die übrigen Blutbestandteile wieder in den Körper zurückgeleitet werden.
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Leukozyten werden in verschiedene Typen unterschieden, die wichtige Rollen Aufgaben bei der Immunabwehr wahrnehmen – bspw. als ‚Fresszellen‘, die eingedrungene Krankheitserreger unschädlich machen.
  • Blutplättchen (Thrombozyten): Thrombozyten sind die kleinsten Zellen im menschlichen Körper und haben eine Lebensdauer von ca. 7 Tagen. Sie stärken die Immunabwehr und spielen eine wichtige Rolle bei der Wundheilung, insb. bei der Blutgerinnung und dem Verschließen verletzter Gefäße. Bei einer Thrombozytenspende durchläuft das Blut ein Filterverfahren, um einen Teil der Blutplättchen herauszufiltern (Zellapherese) und das restliche Blut wieder in den Körper zurückzuleiten.

Wer Blut spenden möchte, kann sich in den meisten Fällen zwischen Vollblutspende, Plasmaspende und Thrombozytenspende entscheiden. Bei einigen Institutionen sind auch Erythrozyten-Spenden möglich.

Vollblutspenden werden in der Regel in die verschiedenen Blutpräparaten aufbereitet. So entsteht Blutplasma, Erythrozyten-Konzentrate (im Allgemeinen als Blutkonserven bezeichnet) und Thrombozyten- und Granulozyten-Konzentrate. Die verschiedenen Blutprodukte werden bei einer Bluttransfusion dann bedarfsgemäß dosiert.

Voraussetzungen: Wer darf alles Blut spenden?

Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren Blutspender werden. Erstspender werden bis zum Alter von 60 Jahren registriert; erfahrene Spender können auch bis zum Alter von 71 Jahren spenden.

Um die Gesundheit der Spender wie auch der Empfänger zu gewährleisten, gelten einige Einschränkungen – manche davon dauerhaft, manche nur zeitweilig.

Ein dauerhafter Ausschluss von der Blutspende gilt für:

  • Menschen mit HIV-, Hepatitis- oder HTLV-1/HTLV-2-Infektion
  • Menschen, die in einem Malariagebiet geboren und/oder aufgewachsen sind (maßgeblich sind die ersten 5 Lebensjahre)
  • Menschen, die an bestimmten Krankheiten leiden oder gelitten haben (bspw. Malaria, Protozoonosen, Lepra, Syphilis, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, bestimmte bösartige Krebserkrankungen …)
  • Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (bspw. schweres Asthma, Blutungsneigung, nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombosen…)
  • Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen (bspw. Retinoide)
  • Menschen mit besonderen Risikofaktoren (bspw. Creutzfeldt-Jakob-Risiko aufgrund längeren Großbritannien-Aufenthalts 1980-1996, Menschen mit riskantem Sexualverhalten, Gefängnisinsassen, Alkohol-/Medikamenten-/Drogenabhängige)

Ein zeitweiser Ausschluss von der Blutspende bzw. eine Wartezeit gilt für:

  • akute gesundheitliche Probleme, insb. bei Krankschreibung
  • Körpergewicht von unter 50 kg
  • Eisenmangel (Einen zu niedrigen Hämoglobin-Wert sollten Sie u.U. mit Ihrem Hausarzt besprechen!)
  • Alkoholkonsum (24 Stunden)
  • Tattoo, Piercing & Ohrlochstechen (4 Monate)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • bestimmte ärztliche Behandlungen (1 Tag nach Zahnarztbesuch, 1 Woche nach kleinerer OP oder Zahnextraktion, 4 Monate nach größerer OP, einige Wochen nach Antibiotika-Einnahme)
  • bestimmte Krankheiten (von 1 Woche nach einem kleineren Infekt über 4 Wochen nach Windpocken bis hin zu 5 Jahren nach Ausheilung von Hepatitis B)
  • bestimmte Impfungen (1 Tag nach Grippe-, HPV-, Tetanus- und FSME-Impfung; 4 Wochen nach Hepatitis-B-Impfung, Masern-Mumps-Röteln und Varizellen; 12 Monate nach Tollwutimpfungen nach Exposition)
  • Rückkehr nach Aufenthalt in Risikogebieten (je nach Reiseziel gelten Sperrfristen von 2 Wochen bis zu 6 Monaten, um das Risiko einer Erkrankung auszuschließen)

Daneben ist die Wartezeit nach vorherigen Blutspenden sowie die Gesamtzahl der Blutspenden pro Jahr zu beachten.

Wie steht es bei Ihnen: Erfüllen Sie die Voraussetzungen für eine Spende? Dann informieren Sie sich am besten gleich über Ihre lokalen Blutspendedienste und die nächsten Blutspendetermine!

Wie steht es beim Blutspenden um die Sicherheit?

Wer Blut spenden möchte, fragt sich beim ersten Mal vielleicht, warum er einen derart ausführlichen Fragebogen auszufüllen hat. Die detaillierte Abfrage möglicher Ausschlusskriterien dient jedoch der Sicherheit:

Zum einen gilt es, den Spender selbst vor möglichen Blutspende-Risiken zu schützen (bspw. durch Ausschluss bei zu niedrigem Hämoglobin-Wert, da dies die Regeneration nach der Blutspende gefährdet). Zum anderen gilt es natürlich auch, den Empfänger vor der Übertragung von Krankheiten zu schützen.

Dies geschieht natürlich nicht nur durch den Fragebogen, sondern auch durch umfassende Untersuchungen des Spenderblutes: Dadurch wird einerseits sichergestellt, dass der Empfänger kein Blut mit Krankheitserregern (bspw. HIV- oder Hepatitis-Virus) erhält. Andererseits erhält auch der Blutspender einen regelmäßigen Gesundheitscheck: sowohl durch die Laboruntersuchung wie auch die Überprüfung von Blutdruck, Puls und Hämoglobinwert vor der Spende.

Nach der Spende brauchen Sie eine kurze Erholungszeit – spätestens am darauffolgenden Tag sind Sie jedoch wieder topfit! Das gespendete Blut wird vom Körper schnell neu gebildet, gesundheitliche Nachteile gibt es beim Blutspenden nicht! Gerade Menschen mit Bluthochdruck können vom regelmäßigen Blutspenden sogar profitieren!

Übrigens: Im Falle eines Unfalls kann der Blutspenderpass sich als Lebensretter erweisen! Er enthält wichtige Daten (Blutgruppe, Rhesusfaktor), die andernfalls durch Labortests abgeklärt werden müssten. Dies erspart den behandelnden Ärzten kostbare Zeit – und das kann im Extremfall Ihr Leben retten!

Welche Funktion hat das Blut im menschlichen Körper?

Das Blut wird also nicht umsonst als ‚Lebenssaft‘ bezeichnet: Es wird vom Herz-Kreislauf-System durch den gesamten Körper gepumpt. Es transportiert den über die Atmung aufgenommenen Sauerstoff und die über die Ernährung zugeführten Nährstoffe zu den Zellen und übernimmt auf dem ‚Rückweg‘ den Abtransport der Stoffwechselendprodukte. Es erfüllt wichtige Aufgaben bei der Immunabwehr und dem Schließen offener Verletzungen (Blutgerinnung und Wundverschluss). Zudem dient es der Wärmeregulierung unseres Körpers.

Ob zum Ausgleich des Blutverlustes nach einem Unfall oder bei einer OP, oder als begleitende Behandlung bspw. bei Krebserkrankungen: Blutpräparate retten Leben! Und so besteht eine gute Chance, dass Sie als Blutspender einem anderen Menschen das Leben retten!

Spendenabstände: Wie oft darf man Blut oder Plasma spenden bzw. wie lange muss man zwischen zwei Spenden warten?

Wartezeit …bis zur nächsten Vollblutspendebis zur nächsten Plasmaspendebis zur nächsten
Thrombozytenspende
bis zur nächsten Erythrozytenspende
nach einer Vollblutspende
  • Männer: 8 Wochen
  • Frauen: 12 Wochen
1 Woche // 2 Wochen //

  • Männer: 2 Wochen

Frauen: 4 Wochen

  • Männer: 2 Wochen
  • Frauen: 4 Wochen
nach einer Plasmaspende1 Woche1 Woche1 Woche
nach einer Thrombozyten-
spende
2 Wochen1 Woche2 Wochen
nach einer Erythrozyten-
spende
  • Männer: 4 Monate
  • Frauen: 6 Monate
mind. 6 Tage
  • Männer: 4 Monate
  • Frauen: 6 Monate
maximale Spendenzahl innerhalb 12 Monaten
  • Männer: 6x
  • Frauen: 4x
45x26x

Wird diese Zahl erreicht, sollten Frauen NICHT zusätzlich Blut spenden, Männer max. 2x.

  • Männer: 3x
  • Frauen: 2x

Wieviel Blut wird entnommen?

Bei einer Vollblutspende wird in der Regel ein halber Liter Blut entnommen. Wenn Sie Plasma spenden werden 600-850ml Blutplasma entnommen. Bei Thrombozyten- und Erythrozyten-Spenden werden dagegen nur einzelne Blutbestandteile herausgefiltert.

Aufwandsentschädigung: Wie wird der Spender honoriert?

Die Gesetzeslage in Deutschland ist eindeutig: Nach §10 des Gesetzes zur Regelung des Transfusionswesens ist eine Aufwandsentschädigung für Blutspende ausdrücklich erlaubt.

Dies beinhaltet in den allermeisten Fällen einen kleinen Snack und ein erfrischendes Getränk nach der Spende: Das gleicht den Verlust an Flüssigkeit und Nährstoffen aus, stabilisiert den Kreislauf und fördert dadurch die Regeneration.

Einige Institutionen zahlen zudem eine finanzielle Aufwandsentschädigung, d.h. gibt Geld fürs Blutspenden, um den Spender für seine Zeit wie auch die entstandenen Anfahrtskosten (Busticket bzw. Benzin + Parkschein) zu entschädigen. Die Höhe variiert in der Regel nach der Spendenart, für Vollblutspenden zumeist 15-25€, bei Plasma- und Thrombozytenspenden 25-40€.