Wollten Sie schon immer einmal eine Heldentat verbringen? Fragen Sie sich, wie Sie diesen Wunsch verwirklichen können, ohne dabei ihr Leben komplett auf den Kopf zu stellen? Dann ist die Erythrozyten-Spende vielleicht genau das Richtige für sie: Wer Blut spendet, rettet Leben – und das ist wirklich eine Heldentat!

Warum ist es wichtig, Erythrozyten spenden zu gehen?

Allein im Jahr 2015 wurden in Deutschland 3,5 Millionen Blutkonserven verwendet. Sie kommen zum Einsatz, wenn es gilt, Menschen nach einem schweren Unfall oder bei einer Operation mit großem Blutverlust das Leben zu retten. Jeder dieser geretteten Menschen verdankt sein Leben einem Mitmenschen, der den kleinen Aufwand an Zeit und Mühe nicht gescheut und Blut gespendet hat.

Wenn auch Sie eine lebensrettende Heldentat verbringen möchten, können Sie sich online über die nächsten Blutspendetermine in Ihrer Nähe informieren. Bringen Sie gern auch Freunde und Bekannte zu diesem Termin mit und teilen Sie unseren Aufruf online – deutschlandweit werden 15.000 Blutspenden pro Tag benötigt!

Ablauf der Erythrozytenspende

Der Ablauf einer Erythrozytenspende ist analog zu dem einer herkömmlichen Vollblutspende. Allerdings dauert die eigentliche Blutentnahme etwas länger, da ein spezielles Filterverfahren zum Einsatz kommt, bei dem nur ausgewählte Blutbestandteile – nämlich die Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen – entnommen werden.

Anmeldung

Sie werden zunächst gebeten, einen Ausweis vorzulegen, damit Ihre persönlichen Daten registriert werden können. Wer schon einmal Blut gespendet hat, sollte seinen Blutspenderausweis mitbringen.

Fragebogen

Beim Blutspenden steht die Sicherheit an erster Stelle und daher müssen Sie nun einen Fragebogen zu möglichen Spender-Risiken ausfüllen. Abgefragt werden dabei aktuelle und frühere Erkrankungen, Impfungen, Reisen in geographische Risikogebiete sowie persönliches Risikoverhalten. Um den Spender- und Empfängerschutz zu gewährleisten, kann es möglich sein, dass Sie temporär oder auch dauerhaft vom Spenden ausgeschlossen werden.

Gesundheitscheck

Anschließend folgt eine ärztliche Untersuchung, um Ihre Allgemeingesundheit und insb. die Kreislauffunktionen zu überprüfen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Sie ohne Beeinträchtigungen für Ihr eigenes Wohlbefinden Blut spenden können.

Blutentnahme

Bei der Erythrozytenspende durchläuft Ihr Blut ein spezielles Filterverfahren. Dabei werden die roten Blutkörperchen abgetrennt und die übrigen Blutbestandteile werden wieder in den Körper zurückgeführt. Die Blutentnahme erfolgt über eine Vene in der Armbeuge und dauert ungefähr 25 Minuten.

Regeneration

Nun können Sie das gute Gefühl genießen, dass Ihre Spende einem anderen Menschen das Leben retten wird. Erholen Sie sich für 20-30 Minuten und unterstützen sie Ihren Kreislauf dabei mit einem erfrischenden Getränk und einem kleinen Snack.

Was passiert mit den Erythrozyten?

  1. Die gespendeten Erythrozyten werden anonymisiert verpackt und zunächst auf mögliche Krankheitserreger getestet. Wenn das Labor die Freigabe erteilt, werden die Erythrozytenkonzentrate zur Verwendung in Krankenhäusern bereitgestellt.Ein Beutel Erythrozytenkonzentrat fasst ca. 280 ml und enthält zu 60% rote Blutkörperchen. Die Erythrozyten „schwimmen“ in einer Stabilisatorlösung und können bei einer Temperatur von 2-6 Grad Celsius 35-42 Tage gelagert werden.
  2. Je nach Einsatzziel werden die Konzentrate weiteren Verarbeitungsschritten unterzogen, bspw. einer Bestrahlung zur Deaktivierung aller DNA-haltigen Zellen (insb. Leukozyten) oder einer Waschung zur Entfernung von Leukozyten, Plasmaproteinen und Thrombozyten.

Eingesetzt werden Erythrozytenkonzentrate bei Bluttransfusionen: Aufgrund der besseren Haltbarkeit der separierten Blutbestandteile ist die Übertragung von Vollblut heute selten geworden. Stattdessen werden die Komponenten gezielt in den jeweils benötigten Mengen zugeführt.

Die meisten Erythrozytenkonzentrate werden für Krebspatienten eingesetzt, um den Blutverlust während der OP auszugleichen. Häufig sind Blutkonserven auch bei Operationen aufgrund von Erkrankungen des Herzens sowie Magen- & Darmkrankheiten erforderlich. Auch nach schweren Unfällen mit starkem Blutverlust und bei schwierigen Geburten können Bluttransfusionen erforderlich sein. Einen mengenmäßig kleinen, für die Empfänger aber unglaublich wichtigen Anteil hat der Einsatz von Erythrozytenkonzentraten für Menschen mit Blutarmut (Anämie).

Wissenswertes zu Erythrozyten und Erythrozytenspende (FAQs)

Was genau sind Erythrozyten?

Erythrozyten werden umgangssprachlich zumeist als rote Blutkörperchen bezeichnet. Sie sind scheibenförmig mit einer Eindellung in der Mitte, haben einen Durchmesser von nur 7 Mikrometern und sind nur 2 Mikrometer dick.  Erythrozyten haben als einzige Zelle des menschlichen Körpers keinen Zellkern. Die Bildung der roten Blutkörperchen erfolgt im Knochenmark – pro Sekunde entstehen ca. 3 Millionen der winzigen Zellen, die eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen haben. Erythrozyten werden durch den eisenhaltigen Blutfarbstoff Hämoglobin rot gefärbt. Ihre Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Blutgruppen und Erythrozytenspende

Bei der Blutspende ist es wichtig, auf die Kompatibilität von Spender und Empfänger zu achten. Das AB0-System bietet eine Kategorisierung in verschiedene Blutgruppen, die sich anhand der Antigene auf den roten Blutkörperchen (Antigen A = Blutgruppe A, Antigen B = Blutgruppe B, Antigene A und B = Blutgruppe AB, keines von beiden Antigenen = Blutgruppe 0) unterscheiden. Im Blutplasma wiederum befinden sich Antikörper, die beim Kontakt mit „fremden“ Antigenen eine Immunreaktion auslösen.

Spender mit Blutgruppe 0 (= keine Antigene auf den Erythrozyten) sind somit Universalspender, ihr Blut ist für alle Empfänger geeignet. Spenderblut mit Blutgruppe A kann nur an Empfänger mit Blutgruppe A oder AB gehen, Spenderblut mit Blutgruppe B an Empfänger mit Blutgruppe B oder AB. Spenderblut mit der Blutgruppe AB ist nur für Empfänger mit der Blutgruppe AB geeignet – diese sind jedoch selbst Universalempfänger, können also Blut aller Blutgruppen bekommen.

Ein weiterer Aspekt, der berücksichtigt werden musst, ist der sog. Rhesusfaktor. Auch hierbei handelt es sich um ein Protein, das sich auf den roten Blutkörperchen befindet. Hier unterscheidet man nach rhesus-positiv und rhesus-negativ.

Voraussetzungen: Wer darf alles Erythrozyten spenden?

Grundsätzlich darf jeder gesunde Mensch im Alter von 18-64 Jahren Blut oder Blutbestandteile spenden.

Ein temporärer Ausschluss vom Spenden gilt bei folgenden Faktoren:

  • akute gesundheitliche Probleme, Untergewicht oder zu niedrige Hämoglobin-Werte (Eisenmangel)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Alkoholkonsum in den letzten 24 Stunden vor der Blutspende
  • Tattoos, Piercing & Ohrlochstechen in den letzten vier Wochen
  • bestimmte ärztliche Eingriffe und Impfungen in den letzten Wochen und Tagen (bspw. Zahnarztbesuch & Grippeimpfung 1 Tag, größere OP & MMR/Hepatitis-B-Impfung 4 Wochen)
  • bestimmte Krankheiten (bspw. 1 Woche nach einer harmlosen Erkältung, 4 Wochen nach Windpocken)
  • Aufenthalt in bestimmten Risikogebieten (je nach Reiseziel 2 Wochen – 6 Monate)

Ein dauerhafter Ausschluss vom Blutspenden gilt bei folgenden Faktoren:

  • HIV-, Hepatitis- oder HTLV-1/HTLV-2-Infektion
  • Aufenthalt in Malariagebieten (in den ersten 5 Lebensjahren) oder Großbritannien (während des Creutzfeld-Jakob-Ausbruchs 1980-96)
  • bestimmte frühere oder aktuelle chronische Erkrankungen (Infektionskrankheiten wie Malaria, Syphilis u.a. sowie schweres Asthma, Herzinfarkt u.a.)
  • Einnahme bestimmter Medikamente (bspw. Retinoide)
  • Menschen mit riskantem Sexualverhalten, Gefängnisinsassen, Suchtkranke

Wie oft darf ich Erythrozyten spenden?

Männer dürfen alle 4 Monate (16 Wochen), Frauen alle 6 Monate (24 Wochen) Erythrozyten spenden. Diese Regelung dient Ihrer eigenen Sicherheit und Ihrem Wohlbefinden: Schließlich soll Ihr Körper zwischen den einzelnen Spenden genügend Zeit haben, sich zu regenerieren.

Erythrozyten spenden – wie steht es mit der Sicherheit?

Bei der Erythrozytenspende steht, wie bei jeder Form der Blutspende, die Sicherheit von Spender und Empfänger an erster Stelle.

Der Gesundheitsscheck wie auch der Fragebogen dienen einerseits dem Spenderschutz. Sie sollen sicherstellen, dass Sie ohne Beeinträchtigung der eigenen Gesundheit spenden können. Da die Regenerationsfähigkeit des Körpers bei akuten Erkrankungen, zu niedrigen Eisenwerten und Untergewicht eingeschränkt ist, gelten diese Faktoren (neben weiteren Aspekten) als mögliche Ausschlusskriterien. Bei der Blutspende werden sterile Einmal-Kanülen verwendet, um das Risiko einer Krankheitsübertragung zu minimieren. Wenn bei der Laboruntersuchung des gespendeten Blutes Krankheitserreger entdeckt werden, werden Sie informiert, damit Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben können.

Andererseits dienen der Fragebogen wie auch die Laboruntersuchung des gespendeten Blutes dem Empfängerschutz. Ziel ist es, die Übertragung von Krankheitserregern weitestmöglich auszuschließen. Die sorgfältige Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor sichert die Kompatibilität des Spenderblutes für den jeweiligen Empfänger.

Wie lange dauert eine Erythrozytenspende?

Insgesamt sollten Sie mit anderthalb Stunden rechnen: Die Erythrozytenspende, also die Blutentnahme mittels Apherese, dauert ca. 25 Minuten. Planen Sie zusätzlich eine halbe Stunde für die Vorbereitung (Anmeldung, Gesundheitsscheck, Fragebogen) und eine weitere halbe Stunde für die anschließende Regeneration ein.

Erythrozyten spenden oder Blut spenden? Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Bei der klassischen Blutspende wird sog. Vollblut entnommen – also ca. 500 ml Blut mit sämtlichen darin befindlichen Bestandteilen. Bei der Erythrozytenspende dagegen werden nur die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entnommen und zwar in der Menge, die sich normalerweise in 500 ml Vollblut befinden. Möglich ist dies durch ein spezielles Filterverfahren, die so genannte Apherese.

Die Spendermenge reicht für zwei Erythrozytenkonzentrate – es ist also durchaus möglich, dass Sie mit einer einmaligen Spende gleich zwei Menschen das Leben retten!

Dieser Filterprozess ist jedoch zeitaufwändiger als eine einfache Blutentnahme, so dass die Erythrozytenspende insgesamt länger dauert als eine traditionelle Vollblutspende.

Der Vorteil der Erythrozytenspende ist jedoch, dass sie deutlich schonender für den Körper ist. Grund hierfür ist, dass der Körper nur die roten Blutkörperchen verliert und die übrigen Blutbestandteile – Blutplasma, Leukozyten, Thrombozyten – zurück in den Körper geleitet werden. Dadurch ist der Regenerationsbedarf geringer.

Spendenabstände: wie lange muss ich nach der Erythrozytenspende warten, bis ich wieder Vollblut, Blutplasma oder Thrombozyten spenden darf?

Zwischen Erythrozyten- und Plasmaspende sollten mindestens 6 Tage liegen.

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Wieviel wird entnommen?

Bei der Erythrozytenspende durchläuft das Blut ein Filterverfahren, um die roten Blutkörperchen abzutrennen. Die Entnahmemenge entspricht der Zahl der Erythrozyten, die sich normalerweise in 500 Milliliter Blut befinden.

Aufwandsentschädigung: Wie wird der Spender honoriert?

In den meisten Blutspendezentren ist es Standard, dass den Spendern während der Erholungszeit ein Getränk und ein Snack angeboten wird, um die Regeneration des Körpers zu unterstützen.

In einigen Institutionen erhält man für die Erythrozytenspende auch Geld. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Bezahlung, sondern um eine finanzielle Entschädigung im Sinne des deutschen Transfusionsgesetzes. Die gezahlte Summe beträgt in der Regel 20-30€ und gilt als Entschädigung für den zeitlichen Aufwand sowie die Anreisekosten.