Krebserkrankungen sind, so die Angaben des statistischen Bundesamtes für 2015, die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Wir erklären, welche Krebsarten es gibt und stellen die bekanntesten Mythen rund um den Krebs auf den Prüfstand: Was kann eine Krebserkrankung auslösen und was wirkt vorbeugend? In diesem Artikel werden Sie es erfahren!

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4 -2015

Krebs – medizinisches Grundwissen verständlich erläutert

25,4 % aller Todesfälle in Deutschland im Jahr 2015 wurden durch Krebserkrankungen verursacht. Damit steht der Krebs auf Platz zwei in der Liste der häufigsten Todesursachen – nach Herz-Kreislauf-Krankheiten (38,8 %) und vor Atemwegserkrankungen (7,4 %).

Unter dem Sammelbegriff Krebs bezeichnet die Medizin eine Vielzahl von Erkrankungen, die auf einer Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts von Zellwachstum und Zelltod beruhen. Das heißt, dass die Körperzellen unkontrolliert wachsen und gesundes Gewebe verdrängen bzw. zerstören.

Verwirrt? Krebs, Tumor und Karzinom – das sind die Unterschiede

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Krebs, Tumor und Karzinom häufig synonym verwendet. Dies ist medizinisch jedoch nicht ganz korrekt:

Der Begriff Tumor (lat. Wucherung) bezeichnet eine Volumenzunahme des Gewebes, im engeren Sinne werden damit Neubildungen (Neoplasien) des Gewebes beschrieben, die durch die oben beschriebene Fehlregulation des Zellwachstums entstehen. Dabei unterscheidet man:

  • benigne, also gutartige Tumore: Hier bildet das neugebildete Gewebe lediglich eine Art Klumpen, der die umliegenden Gewebe zur Seite drängt, ohne jedoch in diese einzudringen (sie zu “infiltrieren”, wie der Medziner sagt) oder Absiedlungen (Metastasen) zu bilden.
  • maligne, also bösartige Tumore: Hier ist das neugebildete Gewebe “invasiv”, d.h. es wächst in das umgebende Gewebe hinein und bildet zudem Metastasen. Die Verbreitung erfolgt dabei über das Blut, über die Lymphe oder durch “Abtropfung” im Bauchraum. Maligne Tumore werden auch als Krebs bezeichnet.
  • semimalignen Tumore: Diese bilden in der Regel keine Tochtergeschwulste (Metastasen), wachsen jedoch in das umgebende Gewebe hinein und zerstören es.

Besonders häufig entsteht ein maligner Tumor bzw. Krebs an den Epithelzellen, also dem Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut der inneren Organe. In diesem Fall spricht man von einem Karzinom (abgeleitet aus dem griechischen καρκίνος – Krebs).

Welche Arten von Krebs gibt es?

Zu den Krebserkrankungen zählen vor allem bösartige Gewebeneubildungen bzw. bösartige Tumore, im weiteren Sinne aber auch bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems Leukämie. Am häufigsten unterscheidet man die Krebsarten nach ihrer Lokalisation, also nach dem befallenen Körperteil bzw. -gewebe. Klicken Sie die Begriffe an, um mehr darüber zu erfahren!

  • Lungen– und Bronchialkrebs: An Krebserkrankungen der Atemwege (Bronchien und Lunge) waren im Jahr 2014 für 19,5 % der krebsbedingten Todesfälle (ca. 45.000 Personen) verantwortlich. Am häufigsten betroffen sind Raucher.
  • Brustkrebs: Beim Brustkrebs handelt es sich genau genommen um eine Krebserkrankung der Brustdrüse (Mammakarzinom), die im Jahr 2014 für 7,7 % aller krebsbedingten Todesfälle in Deutschland verantwortlich war. Am häufigsten entwickelt sich der Tumor übrigens – wenn man ein Koordinatensystem mit der Brustwarze als Nullpunkt anlegt – im oberen äußeren Quadranten.

Brustkrebs – nicht nur eine Frauenkrankheit!

Interessant zu wissen: Anders als die meisten glauben, ist Brustkrebs keine reine Frauensache. Tatsächlich werden zwar 99 % der Brustkrebs-Diagnosen bei Frauen gestellt werden – aber 1 % der Erkrankten sind Männer! In absoluten Zahlen ausgedrückt werden beim Brustdrüsenkrebs (Mammakarzinom) pro Jahr ca. 500 Neuerkrankungen bei Männern gezählt.

  • Darmkrebs: Von Krebserkrankungen des Darms ist am häufigsten der Dickdarm betroffen (Kolonkrebs). Seltener können auch die weiter hinten gelegenen Darmabschnitte, also Mastdarm bzw. Enddarm, betroffen sein (Rektumkrebs). Diese beiden Darmkrebs-Varianten waren für 7,3 bzw. 3,3 % der krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2014 verantwortlich.
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs: Fast ebenso häufig wie der Dickdarmkrebs sind Krebserkrankungen des Pankreas, d.h. der Bauchspeicheldrüse (7,2 % der krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2014). Das sog. Pankreaskarzinom betrifft in der Mehrheit der Fälle den Teil der Bauchspeicheldrüse, der Verdauungsenzyme herstellt.
  • Prostatakrebs: Der Prostatakarzinom gehört zu den Tumoren der Genitalorgane. Diese Erkrankung der Vorsteherdrüse betrifft vor allem ältere Männer – vor dem 50. Lebensjahr tritt sie sehr selten auf, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren.
  • Magenkrebs: Das Magenkarzinom befällt in der Mehrheit der Fälle das Drüsengewebe der Magenschleimhaut. Diese Krebsart war 2014 für 4,2 % der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Die Symptome werden oft lange verkannt und es wird vermutet, dass die Ernährung hauptursächlich für die Entstehung von Magenkrebs ist.
  • Leberkrebs: Krebserkrankungen der Leber und der intrahepatischen Gallengänge waren 2014 für 3,3 % der krebsbedingten Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Die Entstehung eines Leberkarzinoms wird durch die Leberzirrhose begünstigt – dementsprechend gehören Hepatitis-Erkrankungen und Alkoholmissbrauch zu den Hauptrisikofaktoren für diese Krebsart.
  • Gehirnkrebs: Krebserkrankungen des Gehirns bzw. der Hirnhäute sind relativ selten, sie sind nur für 2,6 % der krebsbedingten Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Erwachsene sind dabei weniger häufig von einem bösartigen Hirntumor betroffen als Kinder.
  • Blasenkrebs: Im Jahr 2014 waren 2,5 % der krebsbedingten Todesfälle auf Blasenkarzinome zurückzuführen, die zumeist in der Schleimhaut der Harnblase entstehen. In drei Viertel der Erstdiagnosen handelt es sich um oberflächliche Karzinome, die sich gut behandeln lassen.
  • Lymphknotenkrebs: Bei dieser seltenen Krebsvariante handelt es sich präziser gesagt um eine Krebserkrankung der Lymphdrüsen, ein sog. Lymphom. Dabei kommt es zu einer ungebremsten Vermehrung der weißen Blutzellen (Lymphozyten), die normalerweise eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Man unterscheidet hier verschiedene Varianten, bspw. das zerebrale Lymphom im Gehirn, das Hodgkin-Lymphom sowie die Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome, zu denen bspw. das aggressive Burkitt-Lymphom zählt.
  • Rachenkrebs: Zu den wichtigsten Risikofaktoren des Rachenkarzinoms gehören der Tabak- und Alkoholkonsum.
  • Vulvakrebs: Beim Vulvakarzinom handelte sich um eine Krebserkrankung der Schleimhäute im weiblichen Genitalbereich, die hauptsächlich im hohen Alter auftritt.

Der kleine Unterschied: An welchen Krebsarten sterben Frauen bzw. Männer?

Wie erwähnt ist der Lungen- und Bronchialkrebs diejenige Krebsvariante, die den mit Abstand größten Anteil der krebsbedingten Todesfälle (Werte des Statistischen Bundesamtes für Deutschland 2014) verursacht – nämlich 19,5 %, also fast ein Fünftel! Hier zeigt sich jedoch ein klarer Geschlechterunterschied: Während der Lungen- und Bronchialkrebs bei den Männern mit einem Anteil von 23 % auf Platz 1 der krebsbedingten Todesfälle liegt, liegt er bei den Frauen mit 14,7 % nur auf Platz 2.

Knapp davor auf Platz 1 bei den Frauen liegt der Brustdrüsenkrebs, der für 16,7 % der krebsbedingten Todesfälle beim schönen Geschlecht ursächlich ist. Männer sind von dieser Krebsform deutlich seltener betroffen, auf sie entfällt nur 1 von 100 der Brustkrebs-Diagnosen und somit rangiert diese Krebsvariante auch in der Todesfallstatistik weit hinten. Eine weitere frauenspezifische Krebsform, der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) liegt bei Frauen auf Platz 5.

Bei der Häufigkeit von Todesfällen aufgrund von Dickdarmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Männern und Frauen. Diese Krebsvarianten liegen bei beiden Geschlechtern auf Platz 3 und 4, wobei ersterer etwas häufiger bei Männern und letzterer etwas häufiger bei Frauen zum Tode führt. Auch eine weitere Krebserkrankung des Darms, der Mastdarm oder Enddarm befallende Rektumkrebs, steht bei beiden Geschlechtern auf Platz 8 der krebsbedingten Todesfälle.

Einen deutlichen Unterschied in der Häufigkeit gibt es wiederum beim Magen- und Leberkrebs: während diese Krebsvarianten bei Männern auf Platz 5 bzw. 6 der Rangliste krebsbedingter Todesursachen stehen, finden sie sich bei den Frauen erst auf Platz 7 bzw. 10.

Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich auch auf dem vorletzten, also 9. Platz der Top-Ten-Liste: Hier stehen bei Frauen bösartige Hirntumore, die für 2,6 % der krebsbedingten Todesfälle (Deutschland 2014) verantwortlich waren – bei Männern dagegen Krebserkrankungen des Ösophagus, also Speiseröhrenkrebs, der für 3,3 % der krebsbedingten Todesfälle ursächlich war.

Deutschlands sichere Straßen

Hätten Sie vermutet, dass Verkehrsunfälle weltweit auf Platz 10 der häufigsten Todesursachen stehen? Angesichts der Tatsache können wir auch in dieser Hinsicht für die fortschrittlichen Sicherheitsstandards der modernen Autoindustrie wie auch für den mehrheitlich StVO-konformen Fahrstil der Autofahrer auf den deutschen Straßen dankbar sein.

Krebserkrankungen in Europa

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO für das Jahr 2012 stehen Krebserkrankungen auch europaweit hinter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Platz zwei der häufigsten Todesursachen. Sie sind für 20 % der Todesfälle in Europa verantwortlich.

Krebs weltweit

Wenn man das Blickfeld noch einmal erweitert und sich mit der weltweiten Todesfallstatistik beschäftigt, zeigt sich, dass der Krebs in gewisser Hinsicht ein Luxusproblem ist: Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO für 2012 steht der Lungenkrebs erst auf Platz 7 der häufigsten Todesursachen. Davor stehen nicht nur Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege, sondern auch Erkrankungen, an denen in Deutschland aufgrund des guten Gesundheitssystems nur sehr wenige Menschen sterben – nämlich Durchfallerkrankungen und AIDS.

Ursachen, Prävention & Heilung: Wie entsteht Krebs und was können Sie dagegen tun?

Angesichts der Häufigkeit und Gefährlichkeit von Krebserkrankungen verwundert es nicht, dass sowohl im Internet wie auch in der Mund-zu-Mund-Propaganda jede Menge Geheimtipps und Warnungen kursieren. Droht Smartphone-Nutzern eine erhöhte Krebsgefahr aufgrund der Handy-Strahlung? Sind Zitrusfrüchte das neue Allheilmittel gegen den gefürchteten Krebs?

Bei vielen dieser Tipps und Warnungen handelt es sich um Aussagen, die die tentativen Aussagen wissenschaftlicher Studien ins Absolute steigern oder auf veralteten Information beruhen. Einige dieser vermeintlichen „Fakten“ sind leider auch als pure Ammenmärchen zu betrachten, mit denen schlimmstenfalls falsche Hoffnungen geschürt und in vielen Fällen auch zweifelhafte Produkte vermarktet werden sollten.

Wir haben für Sie recherchiert und schaffen Klarheit: Was hilft wirklich gegen Krebs? Wie kann man einer Krebserkrankung bestmöglich vorbeugen? Und welche Faktoren erhöhen das Risiko, an Krebs zu erkranken?

Welche Faktoren sind krebserregend bzw. erhöhen das Erkrankungsrisiko?


Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei einer Krebserkrankung um eine Störung des Gleichgewichts von Zellwachstum und Zellsterben. Als krebserregend bzw. karzinogen gelten daher vor allem Umweltfaktoren, die das Erbgut verändern. Ebenso gefährlich sind Faktoren, die das Immunsystem daran hindern, Krebszellen zu erkennen und zu beseitigen. Typischerweise werden die karzinogenen Faktoren wie folgt gegliedert:

  • Strahlung wie bspw. radioaktive Strahlung und Röntgenstrahlung, aber auch UV-Strahlung (Sonnenlicht!)
  • Chemikalien wie bspw. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol, Nitrosamine oder Asbest
  • Viren wie bspw. Hepatitis-Viren, HIV oder HPV
  • Medikamente und medizinische Behandlungen wie bspw. immunsuppressive Therapien nach einer Organtransplantation
  • Lebensgewohnheiten und -umstände, insbesondere Tabak- und Alkoholkonsum sowie
  • Übergewicht und Ernährung
  • erbliche Veranlagung

Welche Faktoren senken das Krebsrisiko bzw. fördern die Heilung?

Zunächst sei gesagt, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Krebserkrankung gibt. Ursächlich hierfür sind die bereits erwähnten erblichen Faktoren sowie auch Umwelteinflüsse. Dennoch können Sie aktiv etwas tun, um Ihr Krebsrisiko weitestmöglich zu minimieren. Wissenschaftlich erwiesen ist die positive Präventionswirkung folgender Faktoren:

  • Bleiben Sie Nichtraucher bzw. hören Sie Rauchen auf und minimieren Sie Ihren Alkoholkonsum!
  • Halten Sie Ihr Normalgewicht, ernähren Sie sich ausgewogen, vitamin- und ballaststoffreich!
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und vermeiden Sie übermäßige Sonne/Solariumbesuche!
  • Minimieren Sie den Kontakt mit krebserregenden Chemikalien!
  • Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung!
  • Lassen Sie sich in Rücksprache mit Ihrem Arzt gegen Hepatitis und ggf. HPV impfen!

Myth Buster: Wir stellen die bekanntesten Tipps und Warnungen für Sie auf den Prüfstand!

Körpergröße & Gewicht

  • Erhöht Übergewicht das Krebsrisiko? Ja, Übergewicht ist einer der „gewichtigsten“ Risikofaktoren. Insbesondere bei Gebärmutter- und Nierenkrebs wird fast die Hälfte aller Fälle durch Adipositas verursacht, bei Darmkrebs sind es 15-20 %. [Ärzteblatt, Onmeda]
  • Bekommen große Menschen häufiger Krebs als kleine? Tatsächlich gibt es einen gewissen Zusammenhang von Körpergröße und Krebshäufigkeit. Vermutlich fördern dieselben Wachstumsfaktoren, die uns in jungen Jahren in die Höhe schießen lassen, in späteren Jahren die Krebsentstehung. [Ärztezeitung]

familiäre Faktoren – Kinder, Mütter, Senioren

  • Bekommt die Tochter Brustkrebs, wenn Mutter (ggf. Großmutter) daran erkrankt ist/sind?  Wenn nahe Verwandte an Krebs erkranken, kann dies auf eine erbliche Veranlagung hinweisen. Sprich: das eigene Erkrankungsrisiko ist tatsächlich höher, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig. Nach Angaben der Deutschen Krebsforschungsgesellschaft sind ca. 15 % aller Brustkrebsfälle vererbt und auch bei Prostata- und Dickdarmkrebs spielt die familiäre Komponente eine Rolle. [Krebsinformationsdienst, Krebsinformationsdienst, Krebsinformationsdienst]
  • Hilft Stillen gegen Krebs? Schwangerschaften und längere Stillperioden senken das Brustkrebsrisiko für die Mutter. [Krebsinformationsdienst]
  • Ist Krebs im Alter weniger gefährlich? Die Theorie, dass im Alter alle Zellen – darunter auch die Tumorzellen – nur noch langsam wachsen, ist aus medizinischer Sicht nicht haltbar. Auch ältere Menschen können an aggressiven, schnell wuchernden Krebsarten erkranken. Die einzige Ausnahme ist der Prostatakrebs bei Männern über 60 Jahren, der tatsächlich nur langsam wächst. [Krebsinformationsdienst]

Alkohol, Tabak & Cannabis

  • Bekommt man Krebs durch Alkohol? Erhöhter Alkoholkonsum steigert nachweislich das Risiko für verschiedene Krebsarten (Mund, Rachen, Kehlkopf, Darm, Brust, Bauchspeicheldrüse). [Krebsinformationsdienst, Onmeda]
  • Bekommt man Krebs durchs Rauchen? Tabakrauch enthält eine Vielzahl von giftigen Substanzen, die die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen. 85 % aller Lungenkrebspatienten sind oder waren Raucher – jeder sechste Raucher erkrankt bis zu seinem 75. Lebensjahr an Krebs. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob man Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Pfeife oder Wasserpfeife bzw. Shisha raucht! Auch Kautabak verlagert lediglich das Krebsrisiko von der Lunge in den Mund. [Krebsinformationsdienst, Onmeda]
  • Hilft Kiffen gegen Krebs? Hilft Cannabis gegen Krebs? Tatsache ist, dass die Krebserkrankung mit Cannabis in jeglicher Form – Marihuana, Haschisch oder Hanföl –  nicht heilbar ist. Schwerkranke Tumorpatienten können sich jedoch Medikamente mit Cannabis-Auszügen bzw. künstlich hergestellten, chemisch identischen Substanzen (natürliche oder synthetische Cannabinoide) verschreiben lassen. Offiziell anerkannt ist dies zur Linderung von tumor- oder therapiebedingter Übelkeit. Zur Schmerztherapie sind Cannabinoide nicht offiziell zugelassen, können jedoch nach Absprache mit ihrem Arzt auch zu diesem Zweck eingesetzt werden, wenn andere Therapieformen erschöpft sind. Manche Krebspatienten profitieren auch von der appetitsteigernden und stimmungsaufhellenden Wirkung des Cannabis. Die Verordnungspraxis ist sehr restriktiv, da Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Nach einer im Januar 2017 beschlossenen Gesetzesänderung sollen Schwerkranke ab März 2017 auch Cannabis aus der Apotheke zu beziehen können. [Krebsinformationsdienst, heute.de]

Lebensmittel, Zusatzstoffe & Zubereitungsformen

  • Ist Essen aus der Mikrowelle krebserregend? Anders als häufig behauptet gibt es keine wissenschaftlichen Belege für eine negative Veränderung der Lebensmittel durch die Mikrowelle. [Krebsinformationsdienst]
  • Ist „rotes Fleisch“ krebserregend? Der Verzehr von Schweinefleisch und Rindfleisch sowie von industriell verarbeiteten Fleischprodukten ist nachweislich ein Risikofaktor für Magen- und Darmkrebs. Eine ausschließlich vegetarische bzw. vegane Ernährung bietet jedoch keine Garantie gegen den Krebs, empfohlen wird stattdessen eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. [Krebsinformationsdienst, Krebsinformationsdienst, Krebsinformationsdienst]
  • Sind Tomaten und Kartoffeln schädlich für Krebspatienten? Oft wird behauptet, dass in diesen Nachtschattengewächsen enthaltene giftige Solanin sei krebserregend – das ist jedoch ein Mythos. [Krebsinformationsdienst]
  • Ist es wahr, das Zucker den Krebs „füttert“? Eine gesunde Ernährung ist generell ratsam – der völlige Zuckerverzicht dagegen hat keinen wissenschaftlich nachweisbaren Effekt auf das Krebsrisiko oder die Krebsheilung. [Krebsinformationsdienst]
  • Ist Grillen krebserregend? Grillen kann gesundheitsgefährdend sein, da sich Giftstoffe aus dem Rauch auf den Lebensmitteln anlagern. Auch verkohlte Lebensmittel enthalten viele karzinogene Stoffe. [Krebsinformationsdienst, Krebsinformationsdienst]
  • Ist Süßstoff krebserregend? Insbesondere der Aspertam stand lange in der Diskussion, doch gibt es kein wissenschaftlich nachweislich erhöhtes Krebsrisiko. Dasselbe gilt für alle in Deutschland zugelassenen Lebensmittel-Zusatzstoffe.[Krebsinformationsdienst]
  • Verursacht Milchtrinken Krebs? Ein Zusammenhang zwischen Milchverzehr und Krebsrisiko ist nicht nachweisbar. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Milch das Darmkrebsrisiko senkt. Wer viel Milch trinkt, sollte jedoch vorsichtshalber die fettarme Variante wählen: Eine hohe Zufuhr tierischer Fette wird tatsächlich in Zusammenhang mit einem erhöhten Krebsrisiko gebracht. [DGE]
  • Ist Rotwein gut gegen Krebs? Tatsächlich enthält Rotwein krebshemmende Stoffe. Dieser Vorteil muss jedoch gegen die gravierenden Risiken des Alkoholkonsums abgewogen werden – kurz gesagt: Alkoholverzicht bietet die bessere Krebsprävention als das Weintrinken! Ist der Krebs dagegen schon aufgetreten, kann mäßiger Rotweinkonsum bei Brustkrebspatientinnen die Lebensdauer verlängern. [Krebsinformationsdienst, DGE, Onmeda]
  • Schützen Vitamintabletten bzw. Mineralstofftabletten vor Krebs? Oft wird behauptet, das Multivitamintabletten, Vitamin C oder Beta-Carotin das Krebsrisiko senken (oder Krebs sogar heilen können). Selbiges gilt für Mineralstoffe wie bspw. Selen. Dies konnte jedoch bislang nicht durch wissenschaftliche Studien belegt werden. [Krebsinformationsdienst]
  • Gibt es bestimmte Lebensmittel, die als „Wunderwaffe“ gegen den Krebs helfen? Die Liste der Lebensmittel, Gewürze oder Getränke, denen eine präventive oder heilende Wirkung gegen Krebs nachgesagt wird, ist lang: Ingwer, Kurkuma, Natron, Kokosöl, Aprikosenkerne, Himbeeren, Brokkoli, Löwenzahnwurzel… Im besten Fall handelt es sich dabei um Lebensmittel, die vitamin- und mineralstoffreich sind und ggf. entzündungshemmend wirken. Eine Handvoll Himbeeren (oder ein Würfel frischer Ingwer etc.) pro Tag bietet jedoch für sich allein genommen keine wirksame Krebsprävention. Im schlimmsten Fall können kuriosere „Wundermittel“ aus dem Supermarkt oder Kräuterpräparate aus dem Versandhandel unangenehme Nebenwirkungen entfalten – seien Sie also lieber vorsichtig, bevor Sie sich selbst „therapieren“ und holen Sie sich Rat bei einem Arzt! Siehe dazu auch der einleitende Text des Krebsinformationsdienstes sowie den Abschnitt zur Ernährung.

Lust & Liebe

  • Bekommen Frauen mit großen Brüsten öfter Krebs als andere? Nein, die Körbchengröße hat keinen Einfluss auf das Krebsrisiko. Eine Korrelation ergibt sich höchstens dadurch, dass stark übergewichtige Frauen häufig auch einen großen Busen haben. [Krebsinformationsdienst]
  • Bekommt man von Oralverkehr Krebs? Tatsächlich besteht beim Oralsex das Risiko, dass bestimmte Viren (HPV) aus dem Genitalbereich in Mund und Rachen gelangen. Dadurch wird das Risiko für Mund- und Rachenkrebs leicht erhöht. [Ärztezeitung, Krebsinformationsdienst]
  • Bekommt man von Knutschflecken Krebs? Nein, auch diese leidenschaftliche Schwester des gewöhnlichen ‚blauen Flecks‘ ist nicht krebserregend! [Krebsinformationsdienst]
  • Bekomme ich Krebs, wenn ich die Pille nehme? Eine Nebenwirkung der hormonellen Verhütung ist die leichte Erhöhung des Risikos für Brust- und Gebärmutterhalskrebs. Dies gilt jedoch nur bei längerfristiger Einnahme von fünf oder mehr Jahren. [Krebsinformationsdienst,Krebsinformationsdienst]
  • Erhöht eine Abtreibung das Brustkrebsrisiko? Dabei handelt es sich um einen Mythos, der leider auch heute noch gern von Abtreibungsgegnern verwendet wird. Auch ungewollte Frühgeburten erhöhen das Brustkrebsrisiko nicht. [Krebsinformationsdienst]
  • Bekomme ich Krebs, wenn ich mich sterilisieren lasse? Ein Zusammenhang zwischen der Sterilisation der Frau mittels Durchtrennung der Eileiter ist bislang nicht nachgewiesen. Bei Männern scheint die Vasektomie (Durchtrennung der Samenstränge) das Hodenkrebsrisiko leicht zu erhöhen, ein möglicher Zusammenhang zum Prostatakrebs dagegen ist weitgehend auszuschließen. [Krebsinformationsdienst].
  • Bietet die Beschneidung beim Mann eine Krebsvorsorge? Aktuelle Studien verweisen auf statistische Zusammenhänge zwischen einer Beschneidung und einer verringerten Häufigkeit von Prostatakrebs. Möglicherweise senkt der Eingriff das Risiko für chronische Prostataentzündungen und somit auch das Krebsrisiko. Ein schlüssiger Wirkungsnachweis oder gar eine Empfehlung zur Beschneidung kann aus den vorliegenden Daten jedoch nicht abgeleitet werden. Mehr dazu: [Krebsinformationsdienst]
  • Ist regelmäßiger Sex gut gegen Prostatakrebs? Ein Zusammenhang zwischen der sexuellen Aktivität des Mannes und dem Risiko für Prostatakrebs ist nicht belegbar. Weder sexuelle Enthaltsamkeit noch ein besonders aktives Sexualleben haben einen Einfluss. Mehr dazu: [Krebsinformationsdienst]

Fitness & Bewegung

  • Führen blaue Flecken zu Krebs? Blutergüsse oder anderweitige Verletzungen des Gewebes standen lange im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Dies wurde mittlerweile jedoch widerlegt. [Krebsinformationsdienst]
  • Hilft Sport gegen Krebs? Regelmäßige Bewegung hilft, das Gewicht zu halten und hat einen positiven Einfluss auf Stoffwechsel und Immunabwehr. Sport wirkt entzündungshemmend und kann im Fall einer Erkrankung therapiebegleitend helfen, das Wohlbefinden der Patienten zu steigern. [Krebsinformationsdienst]

Kleidung, Kosmetika & Sonnenbaden

  • Bekommen Frauen Brustkrebs durch einen zu engen BH? Lange standen die Druckstellen, die durch zu enge BHs entstehen können bzw. das „Abklemmen“ der Lymphbahnen, im Verdacht, die Krebsentstehung zu begünstigen. Ein wissenschaftlicher Nachweis konnte jedoch nicht erbracht werden. ]Krebsinformationsdienst]
  • Lösen Deos Krebs aus? Der Verdacht, dass Deodorants und Anti-Perspirants, die Aluminium enthalten, das Krebsrisiko erhöhen, ist bislang nicht belegbar. Aluminiumablagerungen sind bei einer Mammographie jedoch sichtbar, was die Empfehlung begründet, vor der Untersuchung kein alu-haltiges Deo zu verwenden, um Verfälschungen zu vermeiden. [Krebsinformationsdienst]
  • Verursacht Sonnencreme Hautkrebs? Dass übermäßige Sonneneinstrahlung (oder auch Solariumbesuche) durch das einwirkende UV-Licht Hautkrebs verursacht, ist mittlerweile allgemein bekannt. Insbesondere Sonnenbrände erhöhen die Krebsgefahr massiv, gerade bei kleinen Kindern! Sonnencreme erhöht das Krebsrisiko nur dann, wenn sie dazu verleitet, sich besonders lange in der Sonne aufzuhalten, statt in den Schatten zu wechseln oder ein Kleidungsstück überzuziehen. Viele Menschen überschätzen die Schutzdauer und den Nachkrem-Bedarf, insb. nach dem Baden oder Sport! [Krebsgesellschaft, Onmeda]

Elektrosmog, Mobilfunk & Wohnort

  • Verursacht Elektrosmog Krebs? Anders als bspw. Röntgenstrahlen führen elektromagnetische Felder nicht zu Erbgutveränderungen, wie sie für Krebs typisch sind. Bislang konnten wissenschaftliche Studien keinen Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Krebsentstehung feststellen. [Krebsinformationsdienst]
  • Bekommt man Krebs durch Handystrahlung? Oft wird behauptet, die besondere Gefahr bei Handytelefonaten liege darin, dass man das Telefon so nah an den Kopf halte. Bei normalem Telefonierverhalten ist jedoch kein höheres Erkrankungsrisiko zwischen Handy-Besitzern und Nicht-Handy-Besitzern nachweisbar. Bei Handy-Vieltelefonierern ist jedoch ein erhöhtes Risiko für Hirntumore nicht restlos auszuschließen. Nutzen Sie für längere Gespräche daher besser Headsets oder das Festnetz. [Krebsinformationsdienst]
  • Bekommen Männer Prostatakrebs bzw. Hodenkrebs, wenn sie den Laptop auf den Knien halten? Auch dieses Gerücht fällt unter die Kategorie Elektrosmog und ist nicht wissenschaftlich belegt – der Laptop schadet der Prostata nicht. Auch Hodenkrebs wird durch diese Arbeitshaltung – soweit bislang bekannt – nicht verursacht. Jedoch kann die langandauernde Überhitzung der Hoden in dieser Position die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei dauerhaften Schädigungen der Hautzellen auf den Oberschenkeln (sichtbar werden zunächst hartnäckige Rötungen, die nicht mehr verschwinden) kann sich zudem das Hautkrebsrisiko erhöhen. [Onmeda, Ärztezeitung]
  • Beeinflusst der Wohnort das Krebsrisiko? Der Krebsatlas zeigt tatsächlich regional unterschiedliche Häufungen der Krebserkrankungen innerhalb Deutschlands, bspw. eine Häufung von Magenkrebs in Bayern. Dabei ist es jedoch schwer, tatsächliche Umweltrisiken (Luftverschmutzung, Strahlenbelastung bspw. durch Radon …) von regional unterschiedlichen Risikoverhaltensweisen (bspw. Rauchverhalten) abzugrenzen. [Krebsatlas]

Seele & Psyche

  • Bekommt man Krebs durch Stress? Ein direkter Zusammenhang zwischen Stress und Krebs ist nicht nachweisbar, eine indirekte Verbindung ist jedoch denkbar. Wer gestresst ist, schläft weniger und schwächt so sein Immunsystem, tröstet sich ggf. durch Frustessen (Übergewicht) oder greift zu Entspannungszwecken häufiger auf Alkohol oder Zigarette zurück.  [Krebsinformationsdienst]
  • Gibt es eine „Krebspersönlichkeit“? Nein, dabei handelt es sich um einen Mythos – weder eine „zarte Psyche“ im Allgemeinen noch traumatische Erfahrungen lösen Krebs aus. [Krebsinformationsdienst]

Ansteckung, Medikamente, OPs & Impfungen

  • Ist Krebs ansteckend? Nein! Beim Krebs handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichts von Zellgeneration und-sterben. Anstecken kann man sich jedoch mit Viren, die das Krebsrisiko erhöhen. Bekannt ist bspw. ein Zusammenhang zwischen Hepatitis-Erkrankungen und Leberkrebs, HPV und Gebärmutterhalskrebs sowie HIV und dem Kaposi-Sarkom. [Krebsinformationsdienst]
  • Wird der Krebs durch eine Biopsie oder eine OP „aufgeweckt“? Dass nicht jede Krebs-OP Erfolg hat, wurde oft darauf geschoben, dass der chirurgische Eingriff bzw. die ins Körperinnere gelangende Luft den bislang gutartigen Tumor aufweckt und aggressiv macht. Dies ist jedoch eindeutig ein Mythos. [Krebsinformationsdienst]
  • Bekommt man Krebs durch Röntgen- oder Computertomographie-Untersuchungen? Untersuchungen zeigen, dass das Krebsrisiko durch die verwendete Röntgenstrahlung insbesondere bei Frauen tatsächlich erhöht wird. Ein sparsamer Einsatz dieser Diagnostik-Methode sowie die Abwägung der Vorteile (Diagnosesensitivität) und Risiken ist daher stets empfehlenswert. [Krebsinformationsdienst]
  • Verursachen Amalgam-Füllungen Krebs? Der Quecksilber-Gehalt dieses Zahnfüllstoffs wurde lange kontrovers diskutiert. Moderne Füllungen geben jedoch nur noch extrem wenig Quecksilber ab, so dass das Risiko als äußerst gering eingestuft wird. [Krebsinformationsdienst]
  • Verursachen Impfungen Krebs? Nein! Insbesondere bei der HPV-Impfung wurde oft befürchtet, dass diese krebserregend sein könnte. Der Impfstoff enthält jedoch kein Erbmaterial der gefährlichen Viren, die Krebsgefahr wird somit nicht erhöht. [Krebsgesellschaft]
  • Wirkt Aspirin gegen Krebs? Die Studienlage zur Wirkung von Acetylsalicylsäure ist uneindeutig – einige Menschen scheinen von der regelmäßigen Einnahme zu profitieren (vermutlich ob der generell entzündungshemmenden Wirkung), andere dagegen nicht. Die regelmäßige Einnahme von Aspirin zur Krebsvorsorge ist ärztlich nicht empfehlenswert!  [Krebsinformationsdienst]
  • Hilft Methadon gegen Krebs? Methadon ist hauptsächlich als Heroin-Ersatzstoff im Rahmen von Substitutionsprogrammen bekannt. Dieses synthetisch hergestellte Opioid wirkt jedoch auch gegen Schmerzen und wird daher in der Palliativmedizin bei schwerkranken Krebspatienten eingesetzt. Eine Heilung der Krebserkrankung bewirkt das Medikament jedoch nicht. [Krebsinformationsdienst]

Themen aus der Forschung – bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!