Alljährlich zu Sommerbeginn aber auch im Winter, wenn es viele in den warmen und sonnigen Süden zieht, gehen Warnungen vor Hautkrebs durch die Medien. Dies kommt nicht von ungefähr: Bösartige Tumorerkrankungen der Haut treten in den letzten Jahren und Jahrzehnten vermehrt auf. Das liegt nicht zuletzt an unserem veränderten Freizeitverhalten. Hautkrebs kann jeden betreffen – und jeder kann dagegen Vorsorge treffen.

Im folgenden Text erfahren Sie alles über

Arten von Hautkrebs

Beim Hautkrebs unterscheidet man verschiedene Arten. Dies beschränkt sich nicht nur auf die im Volksmund gebräuchliche Einteilung in schwarzen und weißen Hautkrebs. Mediziner kategorisieren die verschiedenen Arten des Tumors danach, welche Zellarten unserer Haut jeweils betroffen sind:

Malignes Melanom:

Das maligne Melanom ist im Volksmund als schwarzer Hautkrebs bekannt. Hierbei sind die Pigmentzellen (Melanozyten) unserer Haut vom Tumorwachstum betroffen. Das maligne Melanom kommt am gesamten Körper vor und kann auch Schleimhäute befallen.

Es werden verschiedene Typen des malignen Melanoms unterschieden:

  • Oberflächlich-ausbreitendes (superfiziell-spreitendes) Melanom
  • Knotiges (noduläres) Melanom
  • ‘Leberfleck’ (lentigo-maligna) -Melanom
  • ‘Hand-Fuß’ (akrolentiginöses) -Melanom

Darüber hinaus kann das maligne Melanom im Auge als Aderhautmelanom oder als amelanotisches, das heißt hautfarbenes, malignes Melanom auftreten.

Auch, wenn alle Arten des malignen Melanoms sich in ihrem Wachstum unterschiedlich verhalten, besteht insgesamt eine frühe Tendenz, sich auszusäen und sogenannte Metastasen zu bilden. Dies geschieht entweder über den Blutstrom oder die Lymphwege.

Die meisten anderen Arten von Hautkrebs fallen unter den allgemein bekannten Begriff des weißen Hautkrebses, darunter fallen folgende Arten:

Basalzellkarzinom:

Basalzellen sind überwiegend für die Regeneration von abgestorbenen Hautzellen zuständig. Wenn diese vom Tumorwachstum betroffen sind, spricht man von einem Basalzellkarzinom (Basaliom). Es ist der häufigste bösartige Tumor der Haut.

Betroffen sind dabei nur diejenigen Basalzellen, die sich bei den Haarwurzeln befinden, sodass diese Art von Hautkrebs nur an behaarten Hautstellen zu finden ist. Auch das Basalzellkarzinom hat verschiedene Erscheinungsformen.

80% der Basalzellkarzinome sind auf den Kopf-Hals-Bereich beschränkt. Das Basalzellkarzinom bildet selten Tochtergeschwulste (Metastasen).

Epitheliale Hautkrebs-Arten:

Hautkrebs, der von den Epithelzellen der Haut ausgeht, umfasst eine große Gruppe von unterschiedlichen Arten von Hautkrebs. Der bekannteste Vertreter und zweithäufigster bösartiger Tumor der Haut ist das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom). Einer der wichtigsten Auslöser für diese Hautkrebs-Art ist die Belastung durch UV-Strahlen, also vor allem durch das Sonnenlicht.

Das Plattenepithelkarzinom wächst langsam und bleibt deswegen lange auf die Haut begrenzt, ehe es Tochtergeschwulste (Metastasen) ausbildet. Dem Plattenepithelkarzinom gehen kleine lokale Tumore voraus, sogenannte Carcinomata in situ voraus. Sie breiten sich nicht aus, können aber langfristig in ein Plattenepithelkarzinom übergehen und sind behandlungsbedürftig. Ein Beispiel für ein Carcinoma in situ ist die aktinische Keratose, die ihrem Namen nach aufgrund von UV-Licht entsteht.

Darüber hinaus kann Hautkrebs vom Bindegewebe (mesenchymal), vom Nervengewebe (neuronal) oder von Gefäßen (vaskulär) sowie von Lymphstationen und -wegen ausgehen. Diese Hautkrebs-Arten kommen relativ selten vor.

Im Rahmen von Tumorerkrankungen der inneren Organe können sich begleitende Hauterscheinungen entwickeln, die als kutane Paraneoplasien bezeichnet werden.

Stadien einer Hautkrebs-Erkrankung

Der Verlauf einer Hautkrebserkrankung hängt maßgeblich von der Art des Hautkrebses ab.

Das maligne Melanom sowie das Plattenepithelkarzinom und das Basalzellkarzinom können aus Vorstufen entstehen. Daher ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Krebs-Vorstufen entscheidend für den weiteren Verlauf dieser Tumor-Arten.

Leberflecke als Vorstufe des malignen Melanoms

Das maligne Melanom kann aus bestimmten Formen der Leberflecke entstehen. Diese Leberflecke tragen den Namen Nävuszellnävus. Es gibt einerseits Nävuszellnävi, bei denen keine Weiterentwicklung zum malignen Melanom zu erwarten ist. Andererseits gibt es die sogenannten dysplastischen Nävuszellnävi, die als Vorläufer für das maligne Melanom gelten.

Zur Hautkrebs-Vorsorge gehört daher auch, dass Sie Ihre eigenen Leberflecke im Auge behalten. Bei ungewöhnlichen Veränderungen sollte eine ärztliche Kontrolle und ggf. eine längerfristige Beobachtung erfolgen. In manchen Fällen kann auch eine vorsorgliche Entfernung dieser Leberflecke stattfinden.

Das maligne Melanom kann vier Stadien durchlaufen. Die Zuordnung zu einem Stadium hängt davon ab, wie tief das maligne Melanom bereits in die Hautschichten gewachsen ist und ob bereits Lymphstationen oder innere Organe befallen sind. Nach diesen Stadien richtet sich auch die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Aktinische Keratose als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms

Das Plattenepithelkarzinom hat viele verschiedene Vorstadien (Carcinomata in situ), die bekannteste ist die aktinische Keratose. Auch hier ist es wichtig, dass Sie sich selbst beobachten und auftretende Hautveränderungen ernst nehmen.

Die Vorstadien begrenzen sich auf die Haut und können erst beim Übergang in ein Plattenepithelkarzinom in die Tiefe wachsen und metastasieren. Die Prognose der Überlebenswahrscheinlichkeit hängt also sehr davon ab, in welchem Stadium der Hautkrebs entdeckt und behandelt wird. Das Plattenepithelkarzinom breitet sich selten und erst spät aus, so dass bei einer Früherkennung eine erfolgreiche Therapie möglich ist.

Talgdrüsen-Muttermale als Vorstufe des Basalzellkarzinoms

Das Basalzellkarzinom kann aus einem Talgdrüsen-Muttermal (Nävus sebaceus) entstehen. Auch das Basalzellkarzinom breitet sich sehr selten aus und ist so einer Therapie gut zugänglich.

Hautkrebs: Folgen und Folgeerkrankungen

Je nachdem, wie weit ein Hautkrebs in die Tiefe der Hautschichten gewachsen ist, können auch Lymphknoten und -wege sowie im Prinzip alle inneren Organe vom Hautkrebs befallen sein.

Dabei stellt der Befall von inneren Organen (Fernmetastasierung) das Endstadium von Hautkrebs dar. Diese Streuung (Metastasierung) und damit verbundene Organausfälle oder Verdrängungsprozesse können zum Tode führen.

In diesem Stadium kann der Hautkrebs in den meisten Fällen nicht mehr erfolgreich behandelt werden, jedoch kann die verbleibende Lebenszeit so optimal wie möglich gestaltet werden.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs

Risikogruppen: Wer bekommt besonders häufig Hautkrebs?

Hautkrebs ist eine Diagnose, die immer häufiger gestellt wird. Dies hat zum einen mit dem veränderten Freizeitverhalten, zum anderen aber auch mit der zunehmenden Sensibilisierung der Patienten sowie der verbesserten Früherkennung zu tun:

Beim malignen Melanom haben sich die Erkrankungsfälle seit den 1980er Jahren fast verdreifacht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies mit der Einführung des Hautkrebsscreenings im Juli 2008 zusammenhängt. Die Wahrscheinlichkeit am malignen Melanom zu sterben, sei jedoch auf einem konstanten Niveau.

Hautkrebs ist eine Erkrankung, die vor allem Menschen im fortgeschrittenen Alter betrifft. Das Durchschnittsalter der Ersterkrankung liegt beim malignen Melanom bei 50-60 Jahre, beim Plattenepithelkarzinom bei 70 Jahren und beim Basalzellkarzinom bei 60 Jahren. In der Statistik zeigt sich jedoch eine Tendenz zu einem jüngeren Erkrankungsalter.

Aktuell treten nur 2% aller malignen Melanome bei Menschen unter 20 Jahren auf, lediglich 0,3-0,4% bei Kindern vor Beginn der Pubertät.

Vom malignen Melanom genau wie vom Basalzellkarzinom sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. Auffällig ist jedoch die unterschiedliche Verortung der Tumore: Männer bekommen vor allem am Rücken ein malignes Melanom, Frauen dagegen vor allem im Gesicht und am Unterschenkel. Beim Plattenepithelkarzinom dagegen sind Männer häufiger betroffen als Frauen.

Dementsprechend ist auch das Erkrankungsrisiko ähnlich: Das Lebenszeitrisiko, d.h. Ihr Risiko im Laufe des Lebens, an einem malignen Melanom zu erkranken liegt für Frauen bei 1,9%, für Männer bei 2,0%. Das Lebenszeitrisiko an einem malignen Melanom zu sterben liegt für Frauen bei 0,2% und für Männer bei 0,3%.

Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, steigt mit der UV-Belastung im Laufe des Lebens. Je mehr Sie sich direkt der Sonne aussetzen oder Sonnenbrände erleiden, desto höher ist Ihr Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Und dies unabhängig davon, ob Sie am Strand oder im Solarium sind.

Risikofaktoren: malignes Melanom

Warum es zur Bildung von malignen Melanomen kommt, ist bislang in der medizinischen Forschung umstritten. Eindeutig bestimmbar sind jedoch die Risikofaktoren:

  • bestimmte Arten von Leberflecken (insbesondere besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, wenn Sie über 50 Leberflecken am Körper haben)
  • gehäufte und schwere Sonnenbrände im Laufe des Lebens, vor allem im Kindesalter
  • Menschen mit den Hauttypen I und II, also mit heller Haut, blonden Haaren und Sommersprossen
  • eine familiäre Häufung von Hautkrebserkrankungen – es ist also zu vermuten, dass auch bestimmte Gene eine Neigung zur Entwicklung des malignen Melanoms tragen
  • Schwächung des Immunsystems durch Medikamente (bspw. bei der Therapie anderer Tumorerkrankungen) oder eine HIV-Erkrankung

Die meisten malignen Melanome entwickeln sich auf zuvor gesunder Haut, 20-50% aus vorbestehenden Leberflecken.

Risikofaktoren: Plattenepithelkarzinom

Das Plattenepithelkarzinom entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Zu nennen sind dabei insbesondere:

  • ein Carcinoma in situ, z.B. die aktinische Keratose
  • Belastung mit UV-Licht
  • bestimmte Gene, die die Anfälligkeit für diese Tumorerkrankung erhöhen
  • Narben, Geschwulsterkrankungen der Haut und chronischen Erkrankungen (bspw. Lupus vulgaris oder Lupus erythematodes)
  • Immunschwäche als Nebenwirkung von Medikamenten oder einer HIV-Erkrankung
  • Giftstoffe wie Tabak, Arsen, Ruß, Öl und Teer – dadurch haben Raucher sowie bestimmte Berufsgruppen ein höheres Erkrankungsrisiko
  • krebserregende Viren wie die Humanen Papillon-Viren Typ 5,8, 16 und 18 können ein Plattenepithelkarzinom jenseits der typischen Sonnenbereiche der Haut, wie zum Beispiel im Genitalbereich, auslösen

Risikofaktoren: Plattenepithelkarzinom

Auch beim Basalzellkarzinom zeigen sich ähnliche Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer solchen Tumorerkrankung erhöhen:

  • Belastung mit UV-Licht ist der bedeutendste Risikofaktor
  • Geschwulsterkrankungen der Haut (Ulkus cruris), Narben oder chronische Druckstellen können zum Entstehungsort von Basalzellkarzinom werden
  • der Giftstoff Arsen gilt auch als Risikofaktor
  • genetische Faktoren erhöhen insgesamt die Erkrankungswahrscheinlichkeit

Symptome und Anzeichen einer Hautkrebs-Erkrankung

Die meisten Hautkrebs-Arten äußern sich nicht durch spürbare Beschwerden: Sie verursachen keine Schmerzen oder Juckreiz. Sie fallen zumeist optisch, als symptomarme Hautveränderung auf.

Malignes Melanom – worauf Sie achten sollten

Ein erstes Anzeichen für ein malignes Melanom ist ein neu aufgetretener Leberfleck oder ein Leberfleck, der sich in Größe, Form oder Farbe verändert. Bei der Einschätzung, ob ein Leberfleck potentiell gefährlich ist, hilft Ihnen die ABCDE-Regel, die Sie bei der Selbstuntersuchung leicht anwenden können:

A – Asymmetrie in Farbe oder Form

B – Begrenzung – unscharf oder unregelmäßig

C – Colorit (Farbe) – mehrfarbig

D – Durchmesser – über 5mm sind verdächtig

E – Erhabenheit, also eine Erhöhung, die sich von der umgebenden Haut abhebt

Das maligne Melanom erscheint als tief-braune bis blau-schwärzliche Knoten oder flächige Erhabenheit, manchmal auch in Hautfarben.

Warnzeichen für andere Hautkrebsarten

Die verschiedenen Hautkrebs-Arten unterscheiden sich sowohl in ihrem äußeren Erscheinungsbild als auch dem Ort ihres Auftretens:

  • Das sich oberflächlich-ausbreitende (superfiziell-spreitendes) Melanom erscheint vor allem an Rücken, Brust, Armen und Beinen. Dasselbe gilt auch für das knotige (noduläre) Melanom, jedoch wächst das knotige (noduläre) Melanom im Gegensatz zum oberflächlichen Melanom schnell in die Tiefe und hat so auch die schlechtesten Heilungsaussichten von allen Melanom-Arten.
  • Das ‘Leberfleck’ (lentigo-maligna) Melanom tritt überwiegend im Gesicht auf und zeigt ein langsames oberflächliches Wachstum.
  • Das ‘Hand-Fuß-Schleimhaut’ (akrolentiginöses) -Melanom betrifft oft dunkelhäutige und asiatische Menschen. Es wächst langsam, wird jedoch meist spät erkannt, da es an ungewöhnlichen Körperstellen wie zum Beispiel an Schleimhäuten und Finger- oder Fußnägeln auftritt.

Schwer zu erkennen: das Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom kann über Monate und Jahre wachsen und so zunächst unbemerkt entstehen. Am häufigsten findet sich ein kleiner gräulicher Knoten (noduläres Basalzellkarzinom), der von winzigen geschlängelten Gefäßen (Teleangiektasien) durchzogen ist. Der Knoten entwickelt sich weiter zu einer geschwulstartigen Einsenkung, die von einem perlschnurartigen Saum umgeben ist.

Weitere Erscheinungsformen:

  • Geschwür (ulzeriertes) Basalzellkarzinom
  • Braunfarbiges (pigmentiertes) Basalzellkarzinom
  • Oberflächliches (superfizielles) Basalzellkarzinom
  • Blasiges (zystisches) Basalzellkarzinom

Da das Basalzellkarzinom zu 80% an Kopf oder Hals auftritt, sollten Sie gerade in diesem Bereich neue Hautveränderungen kontrollieren lassen.

Woran Sie ein Plattenepithelkarzinom und seine Vorstufen erkennen

Die Aktinische Keratose als Vorstufe dieser Tumorform beginnt als raue leicht schuppende, verhornte Rötung, die nach und nach in eine gelblich-braune Verhornung übergeht. Wächst diese Verhornung in die Tiefe, hat ein Übergang in ein Plattenepithelkarzinom begonnen.

Bevorzugt bildet sich die Aktinische Keratose in Bereichen, die oft mit Sonnenlicht in Berührung kommen, also vor allem im Gesicht sowie an Unterarmen und Handrücken.

Auch das Plattenepithelkarzinom kommt zu 90% im Kopf-Hals-Bereich vor und beginnt meist unauffällig als bräunlich-gelbe Verhornung, die sich verdicken und in die Umgebung wachsen kann. Dabei ist der Rand des Plattenepitelkarzinoms entzündlich verändert und erscheint gerötet.

Das Plattenepithel wächst bevorzugt in die tieferen Hautschichten und die unmittelbare Umgebung, dabei kommt es aber selten zu einer Streuung (Metastasierung) in innere Organe. Achten Sie aber auch auf Hautveränderungen im Genitalbereich, auch hier kann das Plattenepithelkarzinom vorkommen.

Geschwollene Lymphknoten als Warnsignale

Allen Hautkrebs-Arten ist gemeinsam, dass sie, je nach Art früher oder später, in fast alle Körperregionen streuen (metastasieren) können. Dabei sind meist zunächst die Lymphknoten und -wege betroffen, sodass es zu Lymphknotenschwellungen kommen kann.

Hautkrebsvorsorge

Das Hautkrebs-Screening ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme und trägt zur frühzeitigen Erkennung dieser Tumorarten bei.

Als gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung wird es für Frauen und Männer ab dem Alter von 35 Jahren empfohlen. Dieses Screening kann Bestandteil des Check-Ups ab 35 beim Hausarzt sein. Bei Menschen, die sehr viele Leberflecken haben, kann auch schon vor dem 35. Lebensjahr eine solche Untersuchung sinnvoll sein. Das Screening sollte alle 2 Jahre wiederholt werden.

Der untersuchende Arzt stellt Ihnen gezielte Fragen und untersucht den ganzen Körper einschließlich dem Kopf (also auch unter den Haaren) und aller Körperfalten. Gegebenenfalls kommt dabei auch ein Mikroskop (Auflichtmikroskop) zum Einsatz.

Bei Verdacht auf auffällige Hautveränderungen wird Ihr Hausarzt Sie an einen Facharzt überweisen. Dieser entscheidet das weitere Vorgehen.

Sie selbst können neben diesem Hautkrebs-Screening aktiv werden und Vorsorge betreiben:

  • Aktive Selbstuntersuchung und -beobachtung: Haben Sie Ihre Haut im Blick und nehmen Sie jede neue Hautveränderung und jeden neuen Leberfleck ernst. Je eher Sie sich an einen Facharzt (Hautarzt) wenden, desto besser.
  • Betreiben Sie gewissenhaft Sonnenschutz: Dabei helfen Sonnenschutzcremes und angemessene Bekleidung, wie Sonnenhut und Schulterbedeckung. Achten Sie dabei auch besonders auf Ihre Kinder. Je öfter in der Kindheit ein Sonnenbrand aufgetreten ist, desto höher das Risiko im Alter.

Hautkrebs-Behandlung und -Nachsorge

Ziel der Hautkrebs-Behandlung ist es, die vom Tumor betroffenen Zellen zu entfernen oder anderweitig unschädlich zu machen, so dass sie sich nicht weiter ausbreiten und/oder Metastasen bilden können. Je nach Stadium der Erkrankung können auch weitere Maßnahmen erforderlich sein.

Behandlung des malignen Melanoms

Bei Verdacht auf ein malignes Melanom wird die veränderte Hautstelle chirurgisch entfernt. Bestätigt sich die Diagnose, so muss innerhalb von 4 Wochen eine Nachentfernung mit ausreichendem Sicherheitsabstand stattfinden. Dieser Abstand richtet sich danach, wie tief das maligne Melanom in die Hautschichten gewachsen ist und kann von 0,5 bis 2cm reichen.

Die Wahl des Therapiekonzepts hängt davon ab, in welchem Stadium sich das maligne Melanom befindet:

  • Im Stadium I, in dem das maligne Melanom sich noch auf die Hautoberfläche beschränkt, wird in kleinen zeitlichen Abständen die behandelte Hautstelle kontrolliert sowie eine körperliche Untersuchung durchgeführt.
  • Im Stadium II, in dem noch keine Metastasierung stattgefunden hat, werden die Lymphknoten-Stationen kontrolliert und gegebenenfalls mitentfernt. Zusätzlich kann eine Immuntherapie mit Interferon-alpha versucht werden.
  • Im Stadium III, also bei Umgebungsstreuung, werden die betroffenen Lymphknoten und -wege entfernt sowie nachbestrahlt. Meistens wird auch Interferon-alpha zusätzlich verabreicht.
  • Im Stadium IV, also bei Streuung in innere Organe, ist die Therapie palliativ, das heißt sie zielt nicht auf Heilung ab, sondern Verbesserung der Lebensumstände mit dem malignen Melanom, was früher oder später zum Tode führt.

Behandlung anderer Hautkrebs-Arten

Die aktinische Keratose kann durch Abtragung (Kürettage) oder Kältetherapie (Kryotherapie) entfernt werden. Bei ausgedehnterem Hautbefall können lokale Cremes helfen. Dabei stehen Imiquimod 5%, 5-Flourouracil sowie Diclofenac-Gel zur Verfügung.

Auch das Plattenepithelkarzinom wird chirurgisch entfernt. Als Alternative stehen Strahlentherapie oder Chemotherapie zur Verfügung.

Das Basalzellkarzinom wird mit einem Sicherheitsabstand von 3-5mm entfernt. Alternativ gibt es auch hier eine Strahlentherapie. Bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen eignen sich lokale Behandlungen wie Imiquimod 5% oder 5-Fluoruracil.

Nachsorge nach einer Hautkrebs-Behandlung

Im Anschluss an eine Behandlung des Hautkrebses sind rehabilitative Maßnahmen sinnvoll. Sie helfen dabei, Erkrankung und Behandlung körperlich und seelisch zu verarbeiten und die normale Alltagsaktivität wiederherzustellen.

Die Nachkontrollen sollten in den ersten Jahren engmaschig erfolgen. Die zeitlichen Abstände richten sich da nach der Art des Hautkrebses und nach dem Stadium der Erkrankung.

Auch die Betroffenen selbst können geeignete Maßnahmen treffen: Dies betrifft zum einen die Vermeidung von direktem und zu langem Sonnenbaden. Zum anderen gilt es, ergänzend zu den Nachkontrollen beim Arzt, verstärkt Eigenbeobachtung zu betreiben.

Lebenserwartung bei einer Hautkrebs-Erkrankung

Das maligne Melanom hat insgesamt eine schlechtere Chance auf Heilung als das Plattenepithelkarzinom und das Basalzellkarzinom.

Dabei hängt die Überlebenswahrscheinlichkeiten entscheidend vom Stadium des malignen Melanoms ab. Im Stadium I leben nach 5 Jahren noch über 90% der Betroffenen, in Stadium II 70%, in Stadium III 20-40% und in Stadium IV unter 5%.

Die Überlebenswahrscheinlichkeiten vom Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom sind insgesamt bei früher chirurgischer Therapie gut, aber auch abhängig von der Streuung der Krebszellen.

Hautkrebs FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Habe ich ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken?

Wenn Sie besonders viele Leberflecken haben oder häufig Sonnenbrände an der selben Körperstelle erlitten haben, kann Ihr Risiko für Hautkrebs erhöht sein. Auch, wenn Hautkrebs-Erkrankungen in Ihrer Familie besonders häufig vorkommen, sollten Sie das Hautkrebs-Screening bei Ihrem Hausarzt wahrnehmen und so vorbeugen.

  • Wie kann ich vorsorgen, um nicht an Hautkrebs zu erkranken?

Dem wichtigsten Risikofaktor einer Hautkrebs-Erkrankung, nämlich UV-Licht, können Sie nicht gänzlich aus dem Weg gehen, aber Sie können sich schützen. Vermeiden Sie direktes und häufiges Sonnenbaden, ob nun am Strand oder im Solarium, achten Sie auch auf Ihre Kinder. Beobachten Sie Ihre Haut und nutzen Sie das Hautkrebs-Screening, so lässt sich Hautkrebs früh erkennen und behandeln.

Duale Reihe Thieme Verlag Dermatologie 7.Auflage

www.onmeda.de

http://www.krebsdaten.de/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de

www.amboss.miamed.de

http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de

https://www.krebsinformationsdienst.de