Schon seit meiner Jugend habe ich Nierenprobleme. Es begann bereits in der Schule, wo ich häufig fehlte, weil mir übel war oder ich Bauchkrämpfe hatte. Der Arzt führte das auf eine Unterfunktion der Niere zurück. Ich war eine Frühgeburt und offensichtlich hatte sich dieses Organ nicht so entwickelt, wie es sein sollte. Während des Studiums wurde es noch schlimmer. Kein Monat verging, ohne dass ich mit Fieber oder ähnlichen Beschwerden mehrere Tage im Bett lag. Mir wurde schließlich eine Niere entfernt. Es war die rechte, die offenbar die schlechteste Funktion aufwies. Aber auch die linke brachte nicht die volle Leistung, sodass ich seit meinem 20. Lebensjahr mit wöchentlichen Dialysebehandlungen zu leben hatte.

Diese Behandlungen waren allerdings auch nicht besonders erfolgreich, denn zunehmend ließ auch die Funktion meiner verbliebenen Niere nach. Meine Perspektive war enden wollend: Sterben oder zumindest jeden zweiten Tag die Dialyse über sich ergehen lassen. Das bedeutete für mich schwerste Einschränkungen: Beim Studium, bei der Freizeitgestaltung mit meinen Freunden und natürlich auch auf der psychischen Ebene. Denn ich musste trotz Dialyse ständig mit einem Nierenversagen rechnen. So stand ich natürlich auch auf der Liste für eine Nierentransplantation ganz oben. Aber viele andere brauchten natürlich auch ein Organ.

Zuletzt musste ich dauerhaft im Krankenhaus bleiben, da auch meine verbliebene Niere nicht mehr funktionierte und noch immer wartete ich auf ein Spenderorgan. Ich hatte nach Wochen im Krankenhaus, in denen es mir immer schlechter ging, mit meinem Leben schon abgeschlossen, als eines Abends die Nachricht kam, ich würde operiert. Ein passendes Spenderorgan war gefunden worden. Wie freute ich mich! Und dacht zugleich daran, dass der Spender wohl Opfer eines Unglücks sein musste.

Wirklich zum Nachdenken kam ich nicht, denn bald wurde ich operiert. Die neue Niere hat für mich das Leben wieder lebenswert gemacht. Und auch wenn jemand dafür sterben musste, sein Organspenderausweis war meine Rettung. Ich kann daher nur an jeden appellieren, seine Organe im Falle eines plötzlichen Todes ebenso freizugeben, damit damit andere Leben gerettet werden können.