Meine Schwiegermutter Trude war schon immer etwas kleiner und rundlicher. Es fiel daher nie auf, wenn sie beim Gehen langsamer war, mehr keuchte und schnell einen roten Kopf bekam. Erst mit einem hartnäckigen Husten im Winter und ständigen Fieberschüben wurde das Problem durch einen Facharzt erkannt: Lungenfibrose, ausgelöst durch eine Allergie auf Schimmelpilze. Es folgten verschiedene Behandlungen und eine Therapie mit Cortison – trotzdem wurde die Atemnot immer schlimmer. Ein tragbares Sauerstoffgerät sorgte kurzfristig für Erleichterung. Letztlich wurde aber zu einer Lungentransplantation geraten. Die Entscheidung dazu war nicht einfach, aber mehrere Krankenhausaufenthalte zwangen letztlich zu diesem Schritt. Eine Reihe an Untersuchungen waren notwendig, ebenso das vorsorgliche Anlegen von Eigenblut.
Der Anruf zur Operation kam letztlich mitten in der Nacht. Während ein Chirurgenteam die Spenderlunge holte, bereitete das andere Team Trude vor. Die Operation dauerte mehrere Stunden, danach lag sie auf der Intensivmedizin. Bereits nach wenigen Tagen konnte die neue Lunge die Tätigkeit vollständig aufnehmen, die künstliche Beatmung wurde entfernt und der langsame Genesungsprozess war gestartet.
Ich bin überzeugt, ohne der erfolgreichen Transplantation hätte Trude nicht mehr so viele schöne Stunden mit uns erlebt.
Sabine, 52 Jahre