Blutplasma spenden rettet Leben! Unser Blut wird nicht umsonst als ‚Lebenssaft‘ bezeichnet – und bis heute ist es nicht möglich, Blut künstlich herzustellen. Sowohl bei Bluttransfusionen als auch bei der Herstellung lebensrettender Medikamente ist die Medizin daher auf Blutspender angewiesen.

Wollen auch Sie zum Lebensretter werden? Dann überprüfen Sie Ihre Eignung als Spender und informieren Sie sich über die nächsten Blutspendetermine in Ihrer Nähe!

Warum ist Plasmaspenden wichtig?

In Deutschland werden täglich etwa 15.000 Blutspenden benötigt – und obwohl sich jährlich mehr als 3 Millionen Menschen als Blutspender melden, kommt es immer wieder zu Engpässen. Gerade bei Blutplasma besteht in Deutschland ein großes Spenderdefizit, das vom Deutschen Roten Kreuz auf 200.000 Liter/Jahr beziffert wird. Die fehlende Menge muss daher durch Importe, vor allem aus den USA gedeckt werden.

Die Plasmaspende ist eine besondere Form der Blutspende, die den Spender weniger belastet als eine herkömmliche Vollblutspende. Durch ein spezielles Filterverfahren wird lediglich der flüssige Anteil des Blutes herausgefiltert – und diesen kann der Körper schnell ‚nachproduzieren‘. Den Spender kostet die Prozedur lediglich etwas Zeit – für den Empfänger dagegen kann die Spende lebensrettend sein!

Im folgenden Text können Sie erfahren:

Ablauf der Plasmaspende

Der Ablauf einer Plasmaspende ist weitgehend analog zu einer normalen Blutspende (Vollblutspende). Meist wird man einen Termin mit Ihnen vereinbaren:

Anmeldung

Erstspender werden gebeten, ihren Ausweis zur Identifizierung vorzulegen; wenn Sie schon über einen Blutspendeausweis verfügen, legen Sie diesen vor.

Fragebogen zum Gesundheitszustand & Reisen

Um das Risiko der Übertragung von Krankheiten im Blutplasma bestmöglich auszuschließen, werden in einem ausführlichen Fragebogen Informationen zu Infektionskrankheiten, chronischen Erkrankungen, Suchterkrankungen, Tumorerkrankungen etc. sowie Auslandsreisen in bestimmte Länder und Regionen abgefragt. Je nach Ihren Antworten kann es möglich sein, dass Sie dauerhaft oder temporär nicht spenden dürfen.

Voruntersuchung & Blutprobe

Im Anschluss an den Fragebogen gibt es einen Gesundheits-Check, um Ihren Allgemeinzustand zu überprüfen. Dies bezieht sich insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System, also Puls und Blutdruck. Bei Erstspendern wird zudem eine Blutprobe genommen, um wichtige Blutwerte zu bestimmen.

Plasmaspende

Bei der Plasmaspende wird Ihnen eine Kanüle in die Armvene gelegt. Das entnommene Blut wird durch ein Plasmapharese-Gerät gefiltert, welches das flüssige Blutplasma zurückbehält und die festen Blutbestandteile (Blutzellen) wieder in den Körper zurückleitet. Um ein Verklumpen des Blutes zu verhindern, wird ein gerinnungshemmendes Mittel zugesetzt. Die Entnahme erfolgt in mehreren Zyklen und dauert 30-45 Minuten.Um Wartezeiten zu vermeiden, werden Plasmaspenden in der Regel mit Terminvergabe durchgeführt. Nehmen Sie vor dem Spendentermin genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich, verzichten Sie aber auf übermäßig fetthaltige Speisen und Alkohol.

Erholung & Imbiss

Um die Regeneration des Körpers bestmöglich zu unterstützen, erhalten Sie nach der Plasmaspende einen Imbiss und ein erfrischendes Getränk. Ruhen Sie sich 20-30 Minuten in den Räumen des Instituts aus, bevor Sie nachhause gehen. Für den restlichen Tag sollten sie keine allzu anstrengenden Aktivitäten einplanen. Gönnen Sie sich einen entspannten Abend und genießen Sie das gute Gefühl, Lebensretter zu sein!

Nach der Spende: Was passiert mit dem Plasma?

Blutplasma wird sowohl in der Transfusionsmedizin als auch in der Pharmaindustrie benötigt, muss zuvor jedoch ausführliche Tests durchlaufen.

Das gespendete Blutplasma wird eingefroren und in Quarantänelagerung aufbewahrt. Währenddessen wird es im Labor auf mögliche Krankheitserreger untersucht. Wenn die Spende zur Weiterverwendung freigegeben ist, wird sie mit anderen Plasmaspenden gemischt, um eine möglichst ‚durchschnittliche‘ und einheitliche Zusammensetzung zu erzielen. Bei -30 Grad Celsius kann Blutplasma bis zu einem halben Jahr gelagert werden.

Bei Bluttransfusionen wird heute nur noch selten Vollblut übertragen, stattdessen werden dem Patienten nach Bedarf die nötigen Blutbestandteile zugeführt: Blutplasma, rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) oder bestimmte Arten der weißen Blutkörperchen (Granulozyten, die sog. Fresszellen).

Bei der Herstellung von Medikamenten dient das Plasma als wertvoller Rohstoff. Die darin enthaltenen Gerinnungsfaktoren werden zu Medikamenten verarbeitet, die Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung (bspw. Bluterkrankheit) das Leben retten können. Auch Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr benötigen Medikamente, die nur aus Blutplasma hergestellt werden können. Des Weiteren wird aus Plasma Wundkleber hergestellt, der in der Notfallmedizin bei Operationen zum Einsatz kommt. Auch der Wirkstoff, der für eine Anti-D-Prophylaxe bei Schwangeren genutzt wird, wird aus Blutplasma hergestellt (Anti-D-Immunglobulin, wichtig für Schwangere mit negativem Rhesusfaktor, die ein Rhesus-positives Kind erwarten).

Wissenswertes zu Plasma und Plasmaspende (FAQs)

Gerade vor der ersten Spende gibt es oftmals viele Fragen. Wir haben einige der populärsten hier zusammengefasst.

Was genau ist Blutplasma?

Beim Blutplasma handelt es sich um den flüssigen Anteil des Blutes, eine gelblich-klare Flüssigkeit, aus der die Blutzellen (Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten) herausgefiltert wurden. Es besteht zu ungefähr 90 Prozent aus Wasser sowie organischen und anorganischen Stoffen, die darin gelöst sind. Dabei handelt es sich vor allem um Blutproteine, Elektrolyte, Glukose und Harnstoff.

Das Plasma dient im Körper als Transportmedium für Zucker (Glukose), Fette (Lipide), Sauerstoff und Kohlendioxid, Hormone und Stoffwechselprodukte. Es kann jedoch deutlich weniger Sauerstoff transportieren als beispielsweise die roten Blutkörperchen. Außerdem enthält es Gerinnungsfaktoren, die bspw. bei einer Schnittverletzung das Blut gerinnen, also fest werden lassen, um so den Wundverschluss zu ermöglichen.

Blutplasma macht bei Männern 50-59 % des Blutvolumens aus, bei Frauen 54-73 %. Gewonnen wird es durch eine Plasmaspende oder durch das Zentrifugieren einer Vollblutspende.

Blutgruppen und Plasmaspende

In der Transfusionsmedizin werden die Blutgruppen nach dem AB0-System klassifiziert. Es gibt an, welche Antigene (A, B, beide oder keine) sich auf den roten Blutkörperchen befinden und welche Antikörper (gegen die jeweils nicht vorhandenen Antigene) dementsprechend im Blutplasma sind. Blutgruppe A heißt also, dass im Blut das Antigen A und B-Antikörper vorhanden sind.

Wichtig zu wissen: Bei Plasmaspenden gelten hinsichtlich der Verträglichkeit der Blutgruppen von Spendern und Empfängern andere Richtlinien als bei Vollblutspenden!

  • Blutgruppe 0: Empfänger mit Blutgruppe 0 sind Universalempfänger, sie können Plasma aller Blutgruppen erhalten, da sich auf ihren roten Blutkörperchen keine Antigene befinden, die mit den ggf. enthaltenen Antikörpern in Konflikt geraten könnten. Umgekehrt kann das Plasma von Spendern mit Blutgruppe 0 nur an Empfänger mit derselben Blutgruppe gehen, da es A- und B-Antikörper enthält.
  • Blutgruppe A: Empfänger mit Blutgruppe A haben auf ihren roten Blutkörperchen das Antigen A. Sie können also nur Plasma enthalten, das keine A-Antikörper enthält, also Plasma der Blutgruppen A und AB. Das Plasma von Spendern mit Blutgruppe A enthält B-Antikörper und dann daher nur an Empfänger mit Blutgruppe A oder 0 gehen.
  • Blutgruppe B: Empfänger mit Blutgruppe B haben auf ihren roten Blutkörperchen das Antigen B und können daher nur Plasma enthalten, das keine B-Antikörper enthält (Spender-Blutgruppe B oder AB). Das Plasma von Spendern mit Blutgruppe B enthält A-Antikörper und dann daher nur an Empfänger mit Blutgruppe B oder 0 gehen.
  • Blutgruppe AB: Empfänger mit Blutgruppe AB haben auf ihren roten Blutkörperchen beide Antigene: A und B. Sie dürfen deshalb nur Blutplasma mit Blutgruppe AB erhalten, in deren Blutplasma keinerlei Antikörper vorhanden sind. Umgekehrt sind Plasmaspender mit Blutgruppe AB Universalspender, ihr Plasma ist, da es eben keine Antikörper enthält, für alle Empfänger geeignet.

Des Weiteren ist auf ein weiteres Antigen, den sog. Rhesus-Faktor (Rh+ oder Rh-), zu achten.

Voraussetzungen: Wer darf alles Plasma spenden?

Plasmaspender müssen zwischen 18 und 68 Jahren alt sein, einen guten Allgemeinzustand und ein Körpergewicht von mehr als 50 Kilogramm haben.

Daneben gibt es, wie bei der traditionellen Vollblutspende, temporäre oder absolute Ausschlusskriterien, die im Spender-Fragebogen umfassend erhoben werden. Dazu zählen Schwangerschaft und Stillzeit, bestehende oder ausgeheilte Infektionskrankheiten, bestimmte chronische Erkrankungen, Tumorerkrankungen sowie Suchterkrankungen. Auch Auslandsaufenthalte in Risikogebieten bestimmter Infektionskrankheiten können zu einer temporären oder dauerhaften Sperre führen.

Plasmaspenden und Sicherheit

Der Prozess einer Plasmaspende ist so gestaltet, dass er die maximal mögliche Sicherheit für Spender und Empfänger bietet.

Der Spenderschutz wird vor allem durch den Gesundheitsscheck vor der Spende gewährleistet: Wer ein zu geringes Körpergewicht aufweist, einen zu geringen Hämoglobin-Wert im Blut hat oder unter einer akuten Krankheit leidet, kann nicht gefahrlos spenden und wird daher zu seiner eigenen Sicherheit von der Spende ausgeschlossen. Zudem wird das gespendete Blutplasma auf das Vorhandensein von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis oder Syphilis untersucht. Durch Gesundheitscheck und Labortests können ggf. Krankheiten entdeckt werden, von denen der Spender noch nichts weiß – so kann er sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Auch der Blutspendeausweis selbst kann sich als lebensrettend erweisen: Er enthält Informationen über die Blutgruppe, so dass bspw. nach einem Unfall kostbare Zeit gespart wird.

Der Empfängerschutz beruht auf der Auswertung des Spender-Fragebogens sowie der Untersuchung des gespendeten Blutplasmas. Ziel ist es, sicherzustellen, dass kein mit Krankheitserregern infiziertes Blutplasma verwendet wird. Die Bestimmung der Blutgruppe gewährleistet zudem, dass der Patient nur das ‚richtige‘ Blutplasma erhält, das von seinem Körper als akzeptiert wird.

Wie lange dauert eine Plasmaspende?

Wenn Sie Plasma spenden möchten, sollten Sie etwas mehr Zeit einplanen, als für eine herkömmliche Vollblutspende. Das Blut durchläuft während der Spende einen speziellen Filtrationsapparat (Plasmapherese-Gerät), in dem das Plasma abgesondert wird und die übrigen Blutbestandteile wieder den Körper zurückgeleitet werden. Dieser Prozess dauert 30-45 Minuten.

Dazu kommt, wie bei der traditionellen Blutspende, eine Vorlaufzeit zwecks Registrierung, Gesundheitscheck und Ausfüllen des Fragebogens sowie eine anschließende Ruhezeit von 20-30 Minuten. Planen Sie also insgesamt 1,5 Stunden ein und nehmen Sie sich für den restlichen Tag nichts allzu Anstrengendes vor.

Plasmaspenden vs. Blutspenden: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Blutplasmaspende ist eine eigene Form der Blutspende. Sie weist einige Gemeinsamkeiten, aber auch zahlreiche Unterschiede zur herkömmlichen Vollblutspende auf:

Bei beiden Formen der Blutspende muss man einen Gesundheitsscheck durchlaufen und einen Fragebogen ausfüllen, um mögliche Risiken auszuschließen. Während der eigentlichen Spende liegt man bequem in einem Sessel und die Kanüle wird in der Armbeuge eingesetzt. Anschließend ist eine kurze Ruhepause erforderlich, bei der sich die Spender mit Getränken und einem kleinen Imbiss stärken können. Das gespendete Blut bzw. Blutplasma wird einer Laboruntersuchung unterzogen, um die Eignung für die Transfusionsmedizin bzw. Medikamentenherstellung zu prüfen.

Bei der Vollblutspende wird – wie der Name schon sagt – Vollblut entnommen, das anschließend in der Zentrifuge in die verschiedenen Blutbestandteile, u.a. Blutplasma, getrennt wird.

Bei der Plasmaspende wird dagegen nur ein Teil des Blutes entnommen, nämlich der flüssige Anteil, während die Blutzellen wieder den Körper zurückgeleitet werden. Dadurch ist die Blutplasmaspende deutlich schonender, der Organismus kann sich schneller regenerieren und daher sind Plasmaspenden in kürzeren Abständen möglich.

Spendenabstände: Wie lange muss ich nach der Plasmaspende warten, bis ich Vollblut, Thrombozyten oder Erythrozyten spenden darf? Wie sieht es andersherum aus?

Bei einer Plasmaspende regeneriert sich der Körper schneller als nach einer herkömmlichen Vollblutspende.

Grundsätzlich empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz einen Abstand von 7 Tagen zwischen einzelnen Spendenterminen für Plasmaspender. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten dürfen maximal 40-44 Plasmaspenden erfolgen, bei denen max. 25 Liter Blutplasma entnommen werden.

Eine Woche nach der Plasmaspende darf auch wieder eine Vollblut-, Thrombozyten- oder Erythrozytenspende erfolgen.

Umgekehrt gilt: Wer Plasma spenden möchte, darf dies frühestens 1 Woche/2 Wochen/3 Wochen (Männer) bzw. 4 Wochen (Frauen) nach der letzten Vollblutspende tun. Nach einer Thrombozyten- oder Erythrozytenspende ist eine Woche Wartezeit erforderlich.

Wieviel Blutplasma wird bei einer Spende entnommen?

Bei einer Plasmaspende werden 650-850 ml Blutplasma entnommen. Die genaue Entnahme-Menge richtet sich nach dem Körpergewicht des Spenders.

Aufwandsentschädigung: Wie wird der Spender honoriert?

Plasmaspenden sind sowohl für die Transfusionsmedizin wie auch für die Herstellung lebensrettender Medikamente unerlässlich. Daher ist es selbstverständlich, dass der Spender eine Anerkennung erhält. Wie diese genau aussieht, hängt von der jeweiligen Institution ab:

Grundsätzlich bieten die Institutionen einen Imbiss und ein erfrischendes Getränk unmittelbar nach der Spende. Dies bringt den Kreislauf auf Trab und unterstützt die schnelle Regeneration des Spenders.

Einige Institutionen zahlen zudem eine finanzielle Aufwandsentschädigung – dies ist nach dem deutschen Transfusionsgesetz ausdrücklich gestattet. Zu gut deutsch: Manchmal gibt es für das Spenden auch Geld! Der Betrag liegt in der Regel zwischen 20-40€. Ziel ist es, den Spender für seine Zeit sowie die entstandenen Fahrtkosten (ÖPNV-Ticket bzw. Benzin- und Parkkosten) zu entschädigen.

Onmeda – Blutspende-Artikel

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.einfachlebenretten.de (Abruf: 18.6.2015)

Online-Informationen des Statistischen Bundesamts: www.gbe-bund.de (Stand: 18.6.2015)

Online-Informationen des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes: www.drk-blutspende.de

Borchers, D., Kuri, J.: Der Blutspendeausweis wird zur Smartcard: www.heise-online.de (Stand: 6.4.2011)

Kiefel, V. (Hrsg.): Transfusionsmedizin und Immunhämatologie: Grundlagen – Therapie – Methodik. Springer, Heidelberg 2011

Richtlinien der Bundesärztekammer zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie). Zweite Richtlinienanpassung 2010. www.bundesaerztekammer.de (Stand: 9.7.2010)

Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens (Transfusionsgesetz), Bundesgesetzblatt Teil I (BGBl. I), S. 2169, ausgegeben zu Bonn am 28. August 2007, zuletzt geändert am 17. Juli 2009 (BGBl. I, S. 1990)

Schiefer, G. : Motive des Blutspendens. Gabler, München 2006

Weitere Online-Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Blutplasma

http://www.onmeda.de/behandlung/blutspende.html

https://www.drk-blutspende.de/informationen-zur-blutspende/die-plasmaspende.php

http://www.blutspende-plasmaspende.de/informationen/blutgruppensysteme-ab0-system-und-rhesusfaktor-und-ihre-bedeutung-bei-bluttransfusionen/