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In dieser Grafik sehen Sie die Verteilung der Todesursachen in Deutschland auf Krankheiten, Alter und Geschlecht.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4 -2015

„Der Tod ist die Ruhe, aber der Gedanke an den Tod ist der Störer jeglicher Ruhe.“

Über den Tod denken wir nicht gerne nach – das wusste auch schon der italienische Dichter und Übersetzer Cesare Pavese, der dies so trefflich in Worte fasste.

Aber muss das Nachsinnen über den Tod immer nur morbide und deprimierend sein? Könnten wir das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit nicht auch als Ansporn sehen, die uns verbleibende Zeit bestmöglich nach unseren Wünschen zu gestalten?

Auf jeden Fall lässt sich das Wissen um den Tod nutzen, um durch bewusste Vorsorgemaßnahmen die besten Voraussetzungen für ein möglichst langes und gesundes Leben zu schaffen.

Zudem hilft der Blick in die Statistik, die oft beängstigenden Medienberichte über Killer-Viren, Mörder-Spinnen oder sonstige Horror-Szenarien ins rechte Verhältnis zu setzen. Spektakuläre oder ungewöhnliche Todesfälle erschrecken uns naturgemäß sehr – aber nur selten ist es wirklich ein Grund für Panik.

Wer sich die Todesstatistiken anschaut, kennt die wirklichen Gefahren, die unserem Wunsch nach einem langen, glücklichen Leben entgegenstehen.

Ein Beispiel: der alljährliche Angriff der Killer-Spinnen. Im Frühjahr und Sommer gehen häufig Warnungen vor neuen, giftigen Spinnenarten durch die Presse. Da viele Menschen Angst vor den achtbeinigen Krabbeltieren haben, liest man oft reißerische Horror-Schlagzeilen: Killer-Spinnen, tödliche Bisse, extrem häufig in Gärten anzutreffen… Da läuft so manchem das kalte Grausen über den Rücken!

Natürlich ist Aufklärung – gerade im Fall neu einwandernder Arten – wichtig und auch angemessene Vorsichtsmaßnahmen sind sicher sinnvoll. Fakt ist aber: Europäische Spinnen fliehen viel lieber, als dass sie zubeißen. Zudem ist die Zahl ärztlich registrierter Spinnenbisse äußerst gering – und selbst darunter sind zahlreiche Fehldiagnosen von Insektenstichen o.ä. Tatsächlich wurde seit 50 Jahren weltweit kein einziger Todesfall durch Spinnenbisse registriert – selbst nicht in Ländern wie Australien oder Brasilien, wo es wirklich giftige Spinnen aber eben auch gutes Antiserum gibt.

Es ist also völlig übertrieben, die Natur zu meiden und hübsch zuhause zu bleiben: Im Haushalt geschahen nämlich allein im Jahr 2015 9.816 tödliche Unfälle!

Aponet 24.8.2013, Ärztezeitung 10.2.2016, Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4, Gesundheit: Todesursachen in Deutschland

Im folgenden Text präsentieren wir Ihnen eine übersichtliche Auswertung aktueller Todesfallstatistiken aus Deutschland und Europa.

Um diese zugegebenermaßen ernste Lektüre etwas aufzulockern, haben wir auch einige amüsante oder doch zumindest überraschende Fakten eingestreut.

Lebensverlängernde Fun Facts zum Schmunzeln und Nachdenken

Vielleicht zaubert Ihnen der eine oder andere Fun Fact ja ein Lächeln auf die Lippen und verlängert so Ihr Leben: Lachen ist nämlich tatsächlich gesund, es erhöht die Sauerstoffversorgung und aktiviert den Stoffwechsel, regt das Immunsystem an und schüttet Glückshormone aus!

Wovor Sie wirklich Angst haben sollten – oder, viel besser: Hier lohnt Vorsorge wirklich!

Den Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigen ganz klar: Der gefährlichste „Killer“ sind Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, die für fast 40 % der Todesfälle verantwortlich sind.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4 -2015

In absoluten Zahlen gesprochen waren dies im Jahr 2015 356.616 Männer und Frauen, die an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems gestorben sind. In 92% der Fälle handelte es sich um Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren – darunter jedoch auch viele, die bei besserer Gesundheitsvorsorge noch einige gute Jahre im Kreis von Freunden und Familie vor sich gehabt hätten.

Die gute Nachricht ist: Dem Großteil dieser Krankheiten sind Sie keineswegs hilflos ausgeliefert, für die Gesundheit Ihres Herz-Kreislauf-Systems können Sie im Alltag vieles tun! Zudem können Sie mit dem Schlaganfall-Risikotest Ihr persönliches Risiko abschätzen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4, Gesundheit: Todesursachen in Deutschland.

Woran die Deutschen sterben: Die 10 häufigsten Todesursachen im Jahr 2015

Quelle: statistisches Bundesamt, 2017

Die zweithäufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die für fast 40% der Todesfälle verantwortlich sind, sind Krebserkrankungen (25%). Danach folgen Krankheiten des Atmungssystems (7 %), Krankheiten des Verdauungssystems sowie Verletzungen und Vergiftungen (je 4%).
Wenn man diese Kategorien weiter aufschlüsselt, zeigen sich auch interessante Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die durch genetische Veranlagung aber auch Unterschiede in Konstitution und Lebensweise bedingt sind.

TodesursacheAnzahl MännerAnzahl Fraueninsgesamt
Chronische ischämische Herzkrankheit38 82437 19076 014
Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt)27 83521 37549 210
Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche)17 61829 79547 413
Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge (Lungen- und Bronchialkrebs)293541587045224
Nicht näher bezeichnete Demenz98962204331939
Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit173001377331073
Hypertensive Herzkrankheit73221804325365
Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet9746962519371
Vorhofflimmern und Vorhofflattern74171274819265
Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Brustdrüsenkrebs (Mamma))1591813618295

Herz-Kreislauf-Krankheiten

Bei beiden Geschlechtern auf Platz 1 der Todesursachen stehen chronische ischämische Herzkrankheiten: Diese Verengung der Herzkrankgefäße stört die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Dies kann zudem zum plötzlichen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) führen, der bei Männern wie Frauen die dritthäufigste Todesursache darstellt.

Auf Platz 2 (Frauen) bzw. 4 der häufigsten Todesursachen steht eine weitere Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).

Ebenfalls in den Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu zählen sind der Bluthochdruck (Hypertensive Herzkrankheit), Vorhofflattern bzw. -flimmern sowie der Schlaganfall auf Platz 6, 9 und 10 der häufigsten Todesursachen bei den Frauen.

Um es einmal in absoluten Zahlen auszudrücken: Im Jahr 2015 starben deutschlandweit 356.625 Menschen an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems.

  • Herzinfarkt: 49.210 Menschen davon erlitten einen Herzinfarkt, darunter 27.835 Männer und 21.375 Frauen. Gerade ab dem Alter von 45 Jahren steigt bei Männern das Infarktrisiko stark an, Frauen erreichen vergleichbare Werte erst ab dem Alter von 60 Jahren.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4 -2015
  • Chronische ischämische Herzkrankheit:  An einer Verengung der Herzkranzgefäße starben 2015 35.399 Männer und 34.491 Frauen.
  • Hypertonie (Bluthochdruck) war bei 41.772 Menschen die Todesursache.
  • Vorhofflattern/Vorhofflimmern führte in 19.265 Fällen zum Tod.
  • Schlaganfall: Einen Schlaganfall erlitten 5.950 Männer und 9.820 Frauen.

Wussten Sie, dass man tatsächlich an „gebrochenem Herzen“ sterben kann?

Es handelt sich dabei keinesfalls um eine romantische Erfindung übermäßig emotionaler Romanautoren. Mittlerweile ist das Broken-Heart-Syndrom ein anerkannter medizinischer Fakt. Die Symptome ähneln einem Infarkt, werden jedoch nicht von einer Verengung der Herzkranzgefäße ausgelöst, sondern von einer plötzlichen Erschaffung des Herzmuskels. Den meisten Fällen geht ein emotionaler Schock voraus wie bspw. der Tod des langjährigen Partners. (Quelle: Zeit Wissen, 8.2.2011)

Krebserkrankungen

Die zweithäufigste Todesursache bei Männern ist eine Krebserkrankung, genauer gesagt: der Lungen– und Bronchialkrebs. Dieser wird in der überwiegenden Mehrheit der Fälle durch das Rauchen, also durch das Einatmen der im Tabakrauch verursachten Schadstoffe verursacht. Da Frauen seltener und/oder weniger stark rauchen als Männer, steht der Lungen- und Bronchialkrebs bei ihnen erst auf Platz 7 der Todesursachen, allerdings als zweithäufigste Krebsart.

Eine Analyse der Google-Suchanfragen zum Thema Krebs zeigt, dass viele Menschen eine Antwort auf die Frage suchen, ob Lungenkrebs heilbar sei. Dies hängt im wesentlichen davon ab, wieweit die Krebserkrankung fortgeschritten ist. Bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand kann der Lungenkrebs frühen Krankheitsstadien durch eine OP und/oder Chemo- bzw. Strahlentherapie geheilt werden. Ist die Lunge jedoch bereits vorgeschädigt, wie dies bei Rauchern und Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten der Fall ist, ist eine OP deutlich riskanter und es besteht die Gefahr von anhaltenden Atemschwierigkeiten aufgrund der Entfernung von Lungengewebe.  In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann oft nur noch versucht werden, das Tumorwachstum weitestmöglich einzudämmen – eine vollständige Heilung ist dann nur noch sehr selten möglich. (Quelle: Krebsinformationsdienst)

Auf Platz 5 bzw. 6 finden sich jeweils geschlechtsspezifische Krebserkrankungen: Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen.

Wussten Sie, dass Brustkrebs nicht nur Frauen vorbehalten ist?

Das Risiko für Brustkrebs bei Männern ist jedoch vergleichsweise gering: Statistisch gesehen entfällt nur 1 von 100 Brustkrebserkrankungen auf Männer. Das sind pro Jahr ca. 500 Neuerkrankungen in Deutschland. Die Diagnose erfolgt im Schnitt später als bei Frauen, was vermutlich auch der Grund für die größere Sterblichkeitsrate männlicher Brustkrebs-Patienten ist. Wird der Brustkrebs frühzeitig erkannt, bestehen für Männer allerdings die gleichen Chancen wie für Frauen, ihn zu überleben. Im Jahr 2015 waren 159 Todesfälle durch Brustkrebs bei Männern zu verzeichnen. (Quelle: Wikipedia + Statistisches Bundesamt)

Bei Männern kommen auch noch Dickdarmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs als acht- bzw. neunthäufigste Todesursache hinzu.

Für alle Krebserkrankungen gilt: Je früher sie erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Eine besondere Rolle hierbei spielen Vorsorgeuntersuchungen, d.h. die Teilnahme an ärztlichen Screenings sowie – im Fall von Brust- und Hodenkrebs – durch die regelmäßige Selbstuntersuchung auf verdächtige „Knubbel“.

In absoluten Zahlen ausgedrückt ergibt sich folgende Statistik: Im Jahr 2015 forderten Krebserkrankungen insgesamt 226.337Tote. Darunter waren:

  • Tumore an Bronchien und der Lunge: 29.354 Männer und 15.870Frauen
  • Tumore im Kolon/Dickdarm: 16.672Tote, davon 8.548 Männer und 8.124 Frauen
  • Tumor der Bauchspeicheldrüse: 17.156 Tote
  • Tumor der Brustdrüse: 159 Männer und 18.136 Frauen
  • Tumore der Genitalorgane: 25.179 Tote, davon 14.264 Männer – darunter 13.900 Todesfälle durch Prostatakrebs

Schaut man sich die Statistik der durch Krebserkrankungen verursachten Todesfälle genauer an, so stehen – für beide Geschlechter gemeinsam – Lungen- und Bronchialkrebs mit 19,3% aller Todesfälle durch Krebserkrankungen an erster Stelle. Anschließend folgen Brustdrüsen- (7,8%), Bauchspeicheldrüsen- und Dickdarmkrebs (7,3 bzw. 7,1%). In 4% bzw. 3,4% der krebsbedingten Todesfälle sind der Magen bzw. die Leber (inkl. Gallengänge) betroffen, in 3,3% das Rektum. Harnblasenkrebs ist für 2,5% der Todesfälle verantwortlich.

Atemwegserkrankungen

Unter den zehn häufigsten Todesursachen finden sich auch Erkrankungen der Atemwege. Diese sind – anders als der Lungen- und Bronchialtumor – nicht zu den Krebserkrankungen zu zählen, lassen sich aber zum Teil auf dieselben Risikofaktoren zurückführen.

Zu nennen ist hierbei zum einen die Chronische obstruktive Lungenkrankheit, die bei Männern auf Platz 5, bei Frauen auf Platz 8 der häufigsten Todesursachen steht. Nach der englischen Bezeichnung – chronic obstructive pulmonary disease – wird sie auch mit der Abkürzung COPD benannt. Die häufigste Ursache ist die andauernde Schadstoffbelastung der Lunge, insbesondere durch das Rauchen.

Rauchen tötet!

Angesichts der genannten Fakten sollte eigentlich jeder Mensch, dem an seiner Gesundheit und seinem aktiven, erfüllten Ruhestand gelegen ist, auf das Rauchen verzichten. Egal ob Zigarette, Zigarillo, Zigarre oder Wasserpfeife – das Rauchen ist der riskante Lebensstilfaktor Nr. 1! Wer mehr als 10 Zigaretten pro Tag raucht, stirbt im Durchschnitt 9,4 bzw. 7,3 Jahre früher als Nichtraucher (Männer / Frauen), wer weniger raucht verliert ungefähr 5 Jahre. Rauchen verkürzt die Lebenszeit deutlich stärker als andere Risikofaktoren wie bspw. Übergewicht oder eine unausgewogene Ernährung mit viel rotem Fleisch. (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentum)

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine Entzündung des Lungengewebes durch Bakterien, insbesondere durch Pneumokokken. Sie steht auf Platz 8 der häufigsten Todesursachen bei Männern und ist die in Industrieländern am häufigsten auftretende tödliche Infektionskrankheit.

Apropos Infektionskrankheiten….

Dass die Lungenentzündung die einzige Infektionskrankheit ist, die es auf die Top-Ten-Liste der Todesursachen in Deutschland geschafft hat, ist genau genommen ein Zeichen dafür, wie gut es uns geht: Weltweit gesehen sind Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache – bei uns in Europa dagegen konnten sie durch verbesserte Hygiene und Lebensbedingungen sowie durch den medizinischen Fortschritt zurückgedrängt werden. Dies gilt sowohl für sog. Kinderkrankheiten wie die oft zu Unrecht verharmlosten Masern, als auch die einst europaweit gefürchtete Tuberkulose und für Geschlechtskrankheiten wie die Syphilis. Dazu kommt der Vorteil der nördlichen Klimazone: Tropenkrankheiten wie Malaria oder die gefährlichen Durchfallerkrankungen, die bspw. in Afrika viele Todesfälle verursachen, kennen wir höchstens aus dem Urlaub.

Hinsichtlich der Atemwegserkrankungen ergeben sich in absoluten Zahlen 68.300 Todesfälle im Jahr 2015. Darunter waren 20.873 Todesfälle durch Grippe und Lungenentzündung.

Demenz

Bei der Demenz handelt es sich um eine der folgenschwersten Alterserkrankungen. Das Hirn wird dabei zunehmend weniger leistungsfähig, was das Gedächtnis, das Denkvermögen und auch das Orientierungsvermögen beeinträchtigt. Auch das Sozialverhalten und die Persönlichkeit des Menschen kann sich durch eine Demenzerkrankung verändern. Die Demenz ist die dritthäufigste Todesursache bei Frauen – dies liegt zum einen an deren höherer Lebenserwartung, zum anderen aber auch an einem geschlechtsspezifischen Vererbungsmuster.

Wenn man dies in absoluten Zahlen ausdrückt, so ergeben sich für das Jahr 2015 aufgrund von Demenzerkrankungen 9.869 Todesfälle bei Männern und 22.043 Todesfälle bei Frauen.

Weitere Todesursachen

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, insb. Diabetes mellitus

Die Zahl der Todesfälle im Jahr 2015, die durch Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten verursacht wurden, beläuft sich auf 32.474 – darunter allein 24.400 durch Diabetes mellitus.

Diabetes, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, tritt in mehreren Erscheinungsformen auf. Neben dem durch genetische Veranlagung bedingten Typ-1-Diabetes entfällt die große Mehrheit der Diabetes-Fälle (80-90%) auf die erworbene Variante, den sog. Typ-2-Diabetes. Obwohl auch hier die genetische Veranlagung und das Lebensalter eine gewisse Rolle spielen, bilden doch Übergewicht – verursacht durch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel – die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung dieser Stoffwechselkrankheit.
Infektionskrankheiten

Wie erwähnt ist die Lungenentzündung die einzige Infektionskrankheit ist, die es in die Top Ten der Todesursachen in Deutschland geschafft hat. Infektiöse und parasitäre Krankheiten führten im Jahr 2015 deutschlandweit zu 19.943 Todesfällen – also 2,1 % aller Todesfälle insgesamt.

An spezifischen Krankheiten hervorzuheben ist insbesondere die Virushepatitis, also eine durch Viren verursachte Leberentzündung (938 Todesfälle). Je nach Virenstamm unterscheidet man in verschiedene Erkrankungstypen, von denen Hepatitis C die häufigste ist. Gegen Hepatitis A/B können Sie sich mit einer Impfung schützen – diese empfiehlt sich insbesondere für bestimmte Berufsgruppen (Gesundheitswesen, Lebensmittelverarbeitung, Abwasserbehandlung) und Menschen, die häufig in Risikogebiete reisen.

Trotz der verbesserten Aids-Aufklärung und dem Fortschritt der Behandlungsmöglichkeiten nach einer HIV-Infektion waren im Jahr 2015 deutschlandweit 370 Aids-Tote zu verzeichnen.

Wenn Kondome nicht den Tod verhüten…

Hätten Sie gewusst, dass bei erotischer Zweisamkeit noch ganz andere Gefahren drohen als Geschlechtskrankheiten? Sexuelle Leidenschaft bringt den Kreislauf in Schwung – kann aber auch, bei entsprechender Vorschädigung der Organe – zum Tod führen: Schlaganfall, Herzinfarkt, Hirnblutung und plötzlicher Herztod stehen auf Platz 1-4 der häufigsten Todesursachen beim Sex. Platz 5 wird die Damen erschauern lassen – das ist nämlich der Scheidenriss. Aber diese Statistik soll Ihnen den Spaß keineswegs verderben, sondern Sie vielmehr zum gesunden Lebenswandel animieren: Mit allgemeiner Fitness, gesunden Arterien und starkem Herz macht nämlich auch die schönste Sache der Welt gleich viel mehr Spaß! Express 23.2.2016

Psychische Krankheiten, inkl. Suchtkrankheiten

Die Zahl der Todesfälle aufgrund von psychischen Krankheiten belief sich im Jahr 2015 auf 44,590. In diese Kategorie fallen auch die Fälle, die infolge von Suchtkrankheiten entstehen.

Dazu gehören vor allem die 7.936 Menschen, die im Jahr 2015 aufgrund einer Alkoholischen Leberkrankheit ums Leben kamen. Auch hier ist eine klare Geschlechterdifferenz zu verzeichnen, unter den Toten waren 5. 707 Männer und 2.229 Frauen.

Weitere 6.592 Todesfälle gab es aufgrund psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen ja, darunter 5.490 aufgrund von Alkoholmissbrauch und 213 durch Tabak.

Weitere Krankheiten in der Todesfallstatistik

An weiteren Ursachen für Todesfälle im Jahr 2015 sind zu nennen:

  • Krankheiten des Verdauungssystems: 39.844 Tote, darunter 13.500 aufgrund von Krankheiten des Darmes, 7.936 wegen einer alkoholischen Leber.
  • 2.021 starben durch Adipositas und sonstige Überernährung
  • Krankheiten des Nervensystems: 29.113 Tote, darunter 10.230 durch ein Primäres Parkinson-Syndrom, 6.835 durch Alzheimer und 2.299 durch Epilepsie
  • Krankheiten des Urogenitalsystems: 24.899 Tote, darunter 10.408 durch Chronische Niereninsuffizienz
  • Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe: 3.335 Tote

Unfälle

Im Vergleich zu den Erkrankungen ist das Risiko, durch äußere Ursachen – beispielsweise Verkehrsunfälle, Stürze, Ertrinken oder tätliche Angriffe ums Leben zu kommen – vergleichsweise gering. Im Jahr 2015 waren insgesamt 36.496 solcher Todesfälle zu verzeichnen, das sind 4 % aller Todesfälle insgesamt.

Besonders häufig in dieser Kategorie sind tödliche Sturzverletzungen (12.867 Todesfälle) und Verkehrsunfälle (3.688), wobei bei Letzteren eine deutliche Geschlechterdifferenz zu betrachten ist: Unter den Verkehrsopfern waren 2.758 Männer und 930 Frauen. Unterschiede gibt es auch im Hinblick auf die Altersgruppen: Während jüngere Menschen vor allem bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, sind bei älteren Menschen häufiger Unfälle im Haushalt (bspw. Sturzverletzungen beim Putzen) die Todesursache.

Das Risiko, bei einem tätlichen Angriff ums Leben zu kommen, ist dagegen vergleichsweise gering: im gesamten Jahr 2015 wurden lediglich 433 Fälle gezählt.

Tod durch heiße Nachtwäsche?

Ein tödlicher Unfall ist immer tragisch – noch tragischer ist vermutlich nur, an welchen banalen und scheinbar so unendlich harmlosen Dingen ein Mensch zu Tode kommen kann. Hätten Sie geglaubt, dass im Jahr 2015 in Deutschland 41 Personen in der eigenen Badewanne ertrunken sind?

Ganze 440 Menschen haben sich beim Essen so unglücklich an dem abgebissenen Happen “verschluckt”, dass sie den Erstickungstod erlitten; weitere 106Personen sind an sonstigen Kleinteilen erstickt. 25 Personen kamen beim Sturz von einem Baum ums Leben. Stürze bei Eis- und Schneeglätte kosteten immerhin 12 Personen das Leben.

Außerdem gab es 2015 einen Pechvogel, der durch den Kontakt mit einer giftigen Pflanze starb, sowie einen weiteren, der – so der behördliche Duktus – “durch das Entzünden bzw. Schmelzen der Nachtwäsche” zu Tode kam (übrigens kam Letzteres bereits im Jahr davor auch vor).
Auch Unfälle in Deutschlands Betten sind nicht so unüblich: 2015 waren es immerhin 9 ausschließlich männliche Personen, die durch “Ersticken oder Strangulierung im Bett” das Zeitliche segneten.

Man sollte sich also gut überlegen, mit wem man das Bett teilt. Doch Anziehung und Abstoßung ist nicht nur bei der Wahl des richtigen Partners von Bedeutung: tatsächlich ist im selben Jahr eine Person gestorben, weil sie mit einer anderen zusammengestoßen ist. Welche Kräfte dabei wohl im Spiel waren?
Quelle: Statistisches Bundesamt

Verkehrs-, Haushalts-, Arbeits- und Freizeitunfällen gibt es auch Todesfälle durch Naturkatastrophen: Nach Angaben der WHO ist die Gefahr hier jedoch vergleichsweise gering. Die Rate derer, die von 2011-2015 durch Naturkatastrophen ums Leben kamen, lag bei weniger als 0,1 pro 100.000 Personen. Dies ist – da in Deutschland Frieden herrscht – genauso unwahrscheinlich, wie durch militärische Konflikte ums Leben zu kommen (auch hier: weniger als 0,1 pro 100.000 Personen).

Die Natur ist uns also keinesfalls so feindlich gesinnt, wie wir ihr – obwohl wir letztlich selbst darunter leiden, was wir unserer Umwelt antun: So lag 2012 die Rate derer, die in Deutschland an Umwelt- und Luftverschmutzung starben bei 32,5 pro 100.000 Personen.

Quelle: WHO Report 2016: (Zahlen 2015)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 4 -2015

Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen

Die Geburt eines Kindes ist immer ein kleines Wunder – aber auch ein medizinisches Risiko. Insbesondere im Blick auf die Lebenserwartung von Müttern und Neugeborenen zeigt sich das im weltweiten Vergleich hohe Niveau der allgemeinen Gesundheit und medizinischen Versorgung in Deutschland.

Die Daten des aktuellen WHO-Reports zeigen, dass im Jahr 2015 deutschlandweit nur 6 von 100.000 Frauen bei der Geburt ihres Kindes starben. Wenn auch das Kind die Geburt übersteht, so kann es damit rechnen, 78,7 (Männer) bzw. 83,4 Jahre (Frauen) alt zu werden.

Ein Aspekt der hohen Lebenserwartung ist auch die geringe Kinder- und Säuglingssterblichkeit in Deutschland, die im Promille-Bereich liegt: So starben im Jahr 2015 statistisch 2,1 von 1.000 Neugeborenen, 3,7 von 1.000 Kindern starben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichten.

Quelle: WHO Report 2016: (Zahlen 2015)

Zu recht als besonders tragisch empfunden wird der Tod von Säuglingen ohne erkennbaren Grund – der plötzliche Kindstod. Hier zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2015 127 Fälle, darunter 67 männliche und 60 weibliche Säuglinge.

Die häufigste Todesursache bei Säuglingen bis zum Alter von 12 Monaten sind angeborene Fehlbildungen, oder – so die amtliche Formulierung – “Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben” bzw. “Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien”. Die häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern von 1-5 Jahren sind Verletzungen des Gehirns, Leukämie, Hirntumore, Pneumonien, angeborene Herzfehler. Schulkinder bis zum 15. Lebensjahr sind ebenfalls vor allem durch äußere Ursachen, Epilepsie und Tumore gefährdet. Bei älteren Teenagern sind es vor allem multiple Verletzungen,  Verletzungen des Gehirns, Erstickungen, Tumore, Krankheiten des Nervensystems und des Kreislaufsystems sowie äußere Ursachen, insb. Transportmittelunfälle.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Tödliche Fotografien – Selfies als Todesursache

Schöne Dinge zu erleben und dies auch dokumentieren, trägt definitiv zum emotionalen Wohlbefinden und damit zur Allgemeingesundheit bei. Aber Vorsicht, Überleben geht vor Fotografieren: Im Jahr 2015 gab es weltweit 49 Tote durch Selfie-Unfälle. Obwohl Frauen definitiv mehr Selfies machen als Männer, handelt es sich bei der Mehrheit der Selfie-Toten (36 von 49!) um männliche Jugendliche. Schuld ist dabei nicht das Selfie selbst, sondern die Suche nach dem coolsten Motiv, die auch vor riskanten Locations und Posen nicht Halt macht: So kostete der Trend, sich auf Bahngleisen zu fotografieren, bereits acht Todesopfer, weitere 14 Personen sind beim Fotografieren ertrunken und 16 Menschen aus großer Höhe abgestürzt. Die riskantesten und damit auch tödlichsten Selfies werden übrigens in Indien und Russland geschossen! Quelle: Priceonomics 26.1.2016, Netzwelt.de 3.2.2016

Der Blick über den Tellerrand: Deutschland in Europa

Der Blick auf die europäischen Nachbarstaaten zeigt, dass Deutschland hinsichtlich der häufigsten Todesursachen absolut im regionalen Durchschnitt liegt.

So sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 89 Prozent aller Todesfälle in Europa auf nichtübertragbare Krankheiten, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und COPD, zurückzuführen.

30% der Todesfälle treten vor Vollendung des 65. Lebensjahrs auf – hier spricht man vom vorzeitigen Tod. Bemerkenswert dabei ist, dass 50% der vorzeitigen Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind. An zweiter Stelle in dieser Kategorie folgt Krebs mit 20% der Fälle, anschließend Verletzungen und Vergiftungen mit 9% der Todesfälle.

WHO : Todesursachen Europa 2015, WHO fact sheet 2012,

Richtet man den Blick auf die einzelnen Länder, so lassen sich anhand der Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat (Werte für 2013) interessante Unterschiede in der regionalen Häufigkeit bestimmter Todesursachen entdecken. Um die Zahl der Todesfälle ins Verhältnis zur Einwohnerzahl der einzelnen Länder zu setzen, ist in den Grafiken jeweils die Sterbeziffer angegeben, also die Zahl der jeweils betroffenen Personen je 100.000 Einwohner. Die Werte können also ähnlich wie Prozentangaben gelesen werden (nur eben im Verhältnis 1:100.000 statt 1:100). Vom Durchschnittswert von 1.020,93 Toten pro 100.000 Einwohner weichen am stärksten Griechenland mit nur 848,31 und Serbien mit 1.663,59 Toten pro Hunderttausend ab. Den höchsten Anteil an Krebstoten vermerkt Ungarn mit 352,05, während in Litauen mit 543,65 ein extrem hoher Wert für Herzkrankheiten als Todesursache vorliegt. Auch bei Unfällen ist Litauen Vorreiter mit 69,51 pro hunderttausend Einwohnern. Rumäniens Straßen scheinen gefährlich zu sein: 2013 fanden 12,08 pro 100.000 Einwohnern den Tod durch einen Verkehrsunfall (der europäische Durchschnitt liegt hier bei 5,88). Dort liegt ebenso die höchste Wahrscheinlichkeit für den Tod an einer chronischen Leberkrankheit vor.  Die höchste Wahrscheinlichkeit, an einer Lungenentzündung zu sterben, besteht als Portugiese: in Portugal starben 58,59 durch eine Pneumonie. Zu süß ist es für die Zyprioten: Zypern führt die Tabelle mit 69,7 für Diabetes an. Dänemark erreicht mit 12,58 mehr als den vierfachen Wert als den durchschnittlichen EU-Wert für Tote durch Alkohol.
Keine Angst vor Übergriffen: die EU hat einen sehr niedrigen Durchschnittswert für Mord und Totschlag 0,77 (da führt Lettland mit 5,91 pro 100.000 Einwohnern). Auch hier spiegelt sich also wider, dass man mit Vorsorge und gesunder Ernährung eine bessere Lebenserwartung hat.

Die 10 häufigsten Todesursachen weltweit

Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation für die Jahre 2000-2012 waren Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Infektionen der unteren Atemwege und chronische obstruktive Lungenkrankheit die häufigsten Todesursachen weltweit.

Die Todesfälle durch den HIV-Virus (AIDS) sind leicht zurückgegangen, ebenso die Todesfälle durch Durchfallerkrankungen – bislang eine der fünf häufigsten Todesursachen.

Ein Zuwachs zu verzeichnen ist dagegen bei chronischen Krankheiten wie Diabetes und Lungenkrebs (und anderen Tumorerkrankungen der unteren Atemwege).

Quelle: WHO Fact sheet N°310, May 2014, January 2017 aktualisiert

Lenkt man den Blick auf die Daten von 2015, stellt sich die Top-Ten-Liste der Todesursachen weltweit wie folgt dar:

  1. Herzerkrankungen
  2. Schlaganfall
  3. Atemwege
  4. COPD
  5. Lungen- und Bronchialkrebs
  6. Diabetes
  7. Alzheimer
  8. Durchfall
  9. Tuberkulose
  10. Verkehrsunfälle

Das heißt, dass von den 56,4 Millionen Toten weltweit im Jahr 2015 allein 8,8 Millionen – einer von acht! – an Herzerkrankungen gestorben sind. Dazu kommen 6,2 Millionen Todesfälle durch Schlaganfall.

Die Zahl der AIDS-Toten lag 2012 weltweit bei 1,5 Millionen. Dabei warnt die WHO seit einigen Jahren angesichts der Neuinfektionen: Offenbar nimmt aufgrund der Verfügbarkeit neuer Therapien die Vorsicht ab – auch heute noch ist Safer Sex ein Muss!

Bemerkenswert ist auch, dass es der Straßenverkehr in die Top-Ten-Liste schaffte: Durch Verkehrsunfälle kamen sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2015 1,3 Millionen Menschen ums Leben – also fast so viele wie durch AIDS!

Im Vergleich dazu ist das Risiko, durch einen Terroranschlag ums Leben zu kommen, zwar immer noch erschreckend, aber rational betrachtet doch verschwindend gering. Nach Angaben der US-Regierung gab es 2012 12.533 Tote durch Terrorismus – und das weltweit! Ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Todesfälle dieses Jahres gesetzt ist das nur einer von 4.468 Personen.

Unwahrscheinlicher als der Tod durch einen Terroranschlag ist eigentlich nur der Tod durch Flugzeugabstürze oder Haiangriffe.

Waawap. Waawap, waawap. Waawap.

Der charakteristische Soundtrack des Horror-Klassikers „Der weiße Hai“ lässt wohl jedem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Dabei muss man schon wirklich Pech haben, um überhaupt eine Hai-Attacke zu erleben – und selbst diese verlaufen nur selten tödlich. Von 1990-1995 wurden 283 Unfälle, davon 40 Todesfälle – und zwar weltweit! Mashable 21.9.2015 + sharkinfo.ch 4.6.2016